Krefeld: Stadt lässt Bürger mit der Laubentsorgung allein

Krefeld: Stadt lässt Bürger mit der Laubentsorgung allein

Die heutige Bezirksvertretung Hüls erwarten Anwohner des Mommenpesch mit Spannung. Sie sorgen sich um den Spielplatz und die Platanen.

Wer in den Mommenpesch einbiegt, dem fallen sie sofort ins Auge: Die Straße verfügt an verschiedenen Stellen über große Platanen, die dem ganzen Viertel einen alleeartigen Charakter verleihen und zu etwas Besonderem machen. Einerseits sind die städtischen Bäume schön und ökologisch wertvoll, andererseits sorgen sie im Herbst für eine Menge Blätter. Und genau hier liegt das Problem.

"Wir mögen die Platane, die direkt vor unserem Haus steht. Im warmen Sommer gießen wir sie mit und im Herbst kehren wir das Laub zusammen. Aber wir wissen nicht mehr wohin mit dem Laub", sagen Peter und Renate Heidemanns, die seit 45 Jahren am Mommenpesch wohnen und die Bäume noch als Jungbäume kennen. Die normale braune Tonne fasst die Mengen an Blättern schon lange nicht. "Früher habe ich einen Teil mit zu unserer Firma genommen und sie dort entsorgt", berichtet Peter Heidemanns, der inzwischen Rentner ist. Das Ehepaar fragte daher bei der Stadt Krefeld an, ob es möglich wäre, dass die Verwaltung von Ende August bis Ende Oktober Gitterboxen oder andere Behältnisse vor Ort aufstellen könnte, in denen die Anwohner das von ihnen zusammengefegte Laub entsorgen können.

Platz wäre ausreichend vorhanden und "wenn es sich um abschließbare Behälter handeln würde, wäre ich gerne bereit, den Schlüsseldienst dafür zu übernehmen", sagt Renate Heidemanns.

Doch von städtischer Seite gab es eine glatte Ablehnung. Dort empfahl man den Heidemanns und ihren Nachbarn, sich entsprechende braune Tonnen anzuschaffen, wobei die jährlichen Kosten selbstverständlich selber zu tragen seien. "Die Vorgehensweise ist nicht nachvollziehbar. Es handelt sich schließlich um städtische Bäume. Wir bringen uns freiwillig ein und wünschen uns lediglich ein klein wenig Kooperation von Seiten der Stadt Krefeld", bemerkt Peter Heidemanns. Auch sein Nachbar schüttelt über die städtische Aussage den Kopf. "Wir möchten nur etwas Hilfe in Sachen Entsorgung, wenn der Laubfall einsetzt. Wir mögen die Bäume und es soll auch so bleiben", betont Walter Kamm. Er hat mittlerweile auf eigene Kosten einen Gärtner beauftragt, der kehrt und das Laub mitnimmt.

Kamm sprach indes die Stadt an, ob es nicht möglich wäre, dass die regelmäßig fahrende Kehrmaschine im Herbst in die Seitenstraße vom Mommenpesch einbiegen könnte, wo die Bäume an den Ecken und ein klein wenig dahinter stehen. "Es wäre lediglich ein kurzes Hineinsetzen in die Stichstraßen des Mommenpesch und in die Godert-Hoes-Straße. Bei der Stadt teilte man mir mit, das sei nicht möglich. Wenn, dann müsse die gesamte Straße abgefahren werden", so Kamm. Dies wiederum wollen die weiter hinten wohnenden Anwohner nicht, da sie keine Platanen und damit auch keinen Laubfall vor der Türe haben.

Kamm und auch Heidemanns wären sogar bereit, die Reinigung durch die Kehrmaschine im Herbst zusätzlich zur normalen Gebühr zu bezahlen. Aber die Stadt gibt kein grünes Licht für das kurze Einfahren entlang der Platanen.

Was die Heidemanns außerdem nicht verstehen, ist die schlechte Pflege der immer noch als Spielplatz ausgewiesenen Fläche am Mommenpesch. "Ein Spielplatz ist das nicht mehr", sind sie sich einig. Eine ehemalige Sandfläche, die vollkommen von Rasen überwuchert ist. Ein einziges Wippgerät für Kleinkinder und ein maroder Balken, der auf einem Eisengestell liegt, stellen neben drei Bänken und einem Mülleimer die Ausstattung der Anlage dar.

Die Sitzung der Bezirksvertretung Hüls findet am heutigen Donnerstag, 17. Mai, ab 17 Uhr m Heinrich Joeppen Haus, Herrenweg 6a, statt. Der Hülser Bezirksvorsteher Hans Butzen hat die beiden Anliegen "Laubentsorgung" und "Spielplatz" als Bürgerfragen mit in die Tagesordnung aufnehmen lassen.

(RP)