Krefeld: Stadt: Krefelder Heimkinder in Russland in Pflege

Krefeld: Stadt: Krefelder Heimkinder in Russland in Pflege

Auch die Stadt Krefeld bringt jugendliche Heimkinder im Ausland unter. Dies hat die Krefelder Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt. Nach Information des Jugendamtes sind fünf Jugendliche im Ausland, in Russland, Portugal und Belgien. Zuletzt hatte ein Fall aus Gelsenkirchen für Aufsehen gesorgt - in der Kritik stehen der Gelsenkirchener Jugendamtsleiter und sein Stellvertreter. Sie sollen Profit daraus geschlagen haben, Jugendliche ohne geeignete pädagogische Betreuung über die von ihnen gegründete Organisation "Neustart" nach Ungarn geschickt zu haben.

Der Stellvertreter war gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes, der mit der Agentur Neustart einen Leistungsvertrag von 2005 bis 2008 hatte. Laut Krefelder Stadtverwaltung gibt es hier keine Vertragsverhältnisse mit "Neustart" - Informationen aus laufenden Verträgen dürften aus Datenschutzgründen nur mit schriftlicher Zustimmung der Träger weitergeben werden, die derzeit nicht vorlägen.

Eine Unterbringung im Ausland sei nicht der Regelfall: Für gewöhnlich würden Kinder in Krefelder Jugendheime gebracht. Die Unterbringung im Ausland wird als "individualpädagogische Maßnahme" gewertet, dazu gibt es Qualitätsstandards. Die Stadt will in Kürze gesondert informieren.

(sep)