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Stadt Krefeld verdoppelt Zahl der Corona-Streifen

Private Sicherheitsdienste scheiden aus : Stadt Krefeld verdoppelt Zahl der Corona-Streifen

Die Zahl der Corona-Infizierten ist auf 98 gestiegen. Keiner der Betroffenen ist Intensivpatient. Die Labore geraten zunehmend unter Druck, um die vielen Abstriche auszuwerten. In Krefeld waren es bislang 1034 Tests.

Die Stadt verdoppelt die Zahl ihrer Streifen von Bediensteten des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), um die vom Land verhängte  Kontaktsperre zum Schutz gegen das Coronavirus zu überwachen. Dazu werde im Moment verwaltungsintern geeignetes Personal ausfindig gemacht, anschließend geschult und den bereits vorhandenen Kräften zur Seite gestellt, sagte Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian am Montag im Rathaus. An das Anheuern privater Sicherheitsdienste sei nicht gedacht. Diese Kräfte dürften keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer. Aus eigenen Ressourcen wolle die Stadt den KOD  von 23 auf 46 Mitarbeitern aufstocken.

Notfalls könne die Kommune Ordnungsgelder bei Verstößen gegen das Kontaktverbot in Höhe von mindestens 200 Euro bis hin zu 25.000 Euro verhängen. Die Mitarbeiter der Stadt würden jedoch den kommunikativen Weg wählen und zunächst das Gespräch mit den Betreffenden suchen. Es ist derzeit untersagt, dass mehr als zwei Personen zusammenstehen oder -gehen. Nur bei Angehörigen aus einem gemeinsamen Haushalt dürfen es mehr als zwei Personen sein.

Um ein Ordnungsgeld  gerichtsfest zu machen, dürften die KOD-Kräfte Fotos von den Personen machen, die in unerlaubter Zahl zusammenstehen, sagte die Rechtsdezernentin Beate Zielke. „Wir werden aber nicht mit dem Flammenschwert durch die Straßen laufen“, erklärte Meyer. Er geht davon aus, dass die Krefelder auch weiterhin Vernunft walten lassen und sich zum Schutz aller an die Beschränkungen halten.

Die Zahl der Corona-Infizierten in Krefeld sei unterdessen auf 98 gestiegen, informierte  Dirk Hagenräke vom Gesundheitsamt. Das seien etwa zehn pro Tag. Die Zahl steige langsam aber sukzessive und sei „noch nicht besorgniserregend“, betonte er. Es gebe aktuell keinen am Coronavirus intensiv erkrankten Krefelder. Im Diagnosezentrum seien mittlerweile 1034 Abstriche gemacht worden. Die Labore kämen mit der Auswertung der Test zunehmend unter Druck. Derzeit dauere es etwa drei Tage bis Ergebnisse vorlägen, sagte Dr. Agnes Court, Leiterin des Gesundheitsamtes.

Für die Problemklientel am Seidenweberhaus ist die Stadtverwaltung bemüht, keine Lex Theaterplatz zu konstruieren. Eine Streife aus drei Personen kümmere sich um die dort anzutreffenden oftmals suchtkranken. Menschen. Auch für diese Gruppe gelte, ansprechen und über die neue Rechtslage informieren. Erst dann, wenn keine Einsicht festzustellen sei, sollten Platzverweise ausgesprochen und die Polizei zur Durchsetzung hinzugeholt werden, berichtete Cyprian. Diese Vorgehensweise gelte grundsätzlich und nicht nur am Seidenweberhaus, betonte er.

Die neue Verordnung des Landes sorge für eine klare Rechtslage, erklärte Meyer. Hinsichtlich des Betreuungsnotdienstes in Schulen und Kindertagesstätten ergäben sich Veränderungen. Es reiche mittlerweile aus, wenn ein Elternteil in einem so genannten systemrelevanten Bereich wie Gesundheitswesen oder Polizei und Ordnungskräfte arbeite. Dezernent Markus Schön geht davon aus, das die Anmeldungen für zu betreuende Kinder noch zunähmen. Derzeit ist die Zahl für Kitas von 35 auf 43 (Stand gestern 12 Uhr) und für Schulen von 35 auf 115 gestiegen. „In Krefeld besteht eine eher geringe Nachfrage nach Notbetreuungsplätzen“, urteilte er.