Stadt Krefeld übernimmt altes Flusswasserwerk

Nordanbindung Hafen : Stadt übernimmt altes Flusswasserwerk

Eine bessere Erschließung des Krefelder Rheinhafens ist seit Jahren Thema und Streitpunkt. Gegen den Ausbau der Infrastruktur von Süden wehrt sich die Stadt Meerbusch. Eine Optimierung der Zuwegung von Norden ist ebenfalls nicht ohne. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Der Ausbau der Infrastruktur, um eine besser Anbindung für den florierenden Krefelder Rheinhafen zu bekommen, ist politisch unstrittig. Sogar die streitbaren Nachbarn aus Meerbusch begrüßen die Verbesserung des Zuliefer- und Abholverkehrs von Norden her. Dazu sind mehrere Schritte nötig: Der Ausbau der Kreuzung Hafenstraße mit der Düsseldorfer Straße; der Bau eines Kreisverkehrs auf der Düsseldorfer Straße in Höhe Floßstraße und das größte Projekt in diesem Kontext, eine komplett neue Auffahrt von der Düsseldorfer Straße unterhalb der Rheinbrücke auf die Bundesstraße 288. Dafür müsste sowohl das Gelände der Firma Dahmen Tuning als auch die benachbarten Kleingärten in Anspruch genommen werden.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bau- und Planungsdezernent Martin Linne im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Eigentumsübergang des alten Flusswasserwerks an die Stadt stehe kurz bevor. „Ich gehe davon aus, dass dies im September vonstatten gehen wird“, berichtete er. Dann werde die Verwaltung einen Antrag auf Genehmigung des Abrisses beantragen. Dazu werde die Verwaltung die Abbrucharbeiten ausschreiben.

Die Fläche ist möglicher Ersatz für wegfallende Grundstücke der Kleingärtner an der Mündelheimer Straße. Dazu, so Linne, müsse allerdings ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Ein solches Verfahren dauere seine Zeit. Erfahrungsgemäß sind mindestens zwei Jahre einzukalkulieren.

Der Bebauungsplan 777 befindet sich in der Aufstellung. Er ist für Voraussetzung für eine verbesserte Nordanbindung des Hafens. Foto: Stadt

Der Plan der Stadtverwaltung sieht vor, eine neue Straße in 35 Meter Entfernung zu den Häuserfronten an der Mündelheimer Straße zu bauen und mit Lärmschutz zu versehen. Die bisherige Mündelheimer Straße würde zu einer Anliegerstraße zurückgebaut. Kreisverkehre führen den Verkehr zusammen. Schon in 2016 hat es dazu eine erste Bürgerbeteiligung gegeben. Satzungsbeschluss und Bau werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Kleingartenanlage ist — je nach Planvariante — mehr oder weniger stark vom Bau der Nordanbindung des Hafens betroffen. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Der Bürgerverein Uerdingen hatte sich vor mehr als zwei Jahren für einer alte Planvariante und für eine Erschließung der Mündelheimer- an die Bundesstraße über den östlichen Bereich des Plangebiets, das ehemalige Flusswasserwerk und heutige Gewerbegebiet, ausgesprochen.

Wenn die Stadt diesen Bereich erwerben würde, könne Rücksicht auf die von Bund und Straßen.NRW angedachte Verbreiterung der B 288 genommen werden und die Auffahrt auf die erhöhte Bundesstraße in nördliche Richtung verschoben werden, um den erforderlichen Radius zu erhalten.

Als Vorteile dieser Lösung führte der Verein seinerzeit unter anderem an, dass Lärmschutz nur im östlichen Bereich der Mündelheimer Straße und eventuell im Verlauf der Auffahrt zu den Kleingärten hin nötig wäre. Die Mündelheimer Straße könnte in ihrem weiteren Verlauf verkehrsberuhigt und durch schräge oder senkrechte Stellplätze verjüngt werden. Die Kleingartenanlage „Rheinbrücke“ könnte in ihrer Form bestehen bleiben und auch weiterhin von den Bürgern Uerdingens als quasi öffentliche Grünfläche genutzt werden. Die Stadt bräuchte keine Entschädigungen zu zahlen oder Ausweichflächen zu beschaffen.

Unter den aktuellen Planvarianten hielt der Bürgerverein diejenigen für die sinnvollste, die im Bereich des ehemaligen Flusswasserwerks Ersatz- und Erweiterungsflächen für den Gartenbauverein ermöglicht.

Soweit der Rückblick: Zuvor stehe erst einmal der Bau des Kreisverkehrs an der Floßstraße und der Ausbau der Kreuzung Hafenstraße auf der Agenda, informierte Linne. Dazu sei das Eisenbahnbundesamt zu hören, weil dort Gleise verlaufen, erklärte er. Mit dem Beginn der Arbeiten sei im kommenden Jahr zu rechnen.

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