FDP Krefeld warnt vor Deindustrialisierung Stadt muss auf Alarmzeichen aus der Industrie reagieren

Krefeld · Die Freien Demokraten sehen Alarmzeichen aus der Krefelder Industrie und raten, die Folgen für die Finanzen der Stadt rechtzeitig einzuplanen.

 Stadtkämmerer Ulrich Cyprian hat die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen im Blick. Die FDP fordert, rechtzeitig auf Mindereinahmen zu reagieren.

Stadtkämmerer Ulrich Cyprian hat die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen im Blick. Die FDP fordert, rechtzeitig auf Mindereinahmen zu reagieren.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

(sti) Die sich abzeichnende Krise der Industrie in Deutschland generell und die konkrete einzelner Unternehmen in Krefeld wird Folgen auf die Stadtfinanzen haben. „In Uerdingen gehen nicht die Lichter aus, aber sie beginnen zu flackern“, kommentierte die FDP-Stadtratsfraktion die Ankündigung der Lanxess AG, zwei Produktionsbetriebe am Standort Uerdingen schließen zu wollen. „In das Bild einer beginnenden Deindustralisierung passt, dass für den Stahlkonzern Outokumpu angesichts eines schrumpfenden Netto-Gewinns Investitionen in den USA wichtiger werden.“ Mit Blick auf die im Oktober beginnenden Beratungen des Stadthaushaltes 2024 müssten die haushaltstragenden Fraktionen mit einem „Einbruch der Gewerbesteuererträge“ rechnen. Die Schließungen von Industriebetrieben und die Verlagerungen von Investitionen würden sich auf Zulieferer und Dienstleister in der Region und in Krefeld auswirken. „Im Klartext: Auch hier könnte es am Ende zum Abbau von Arbeitsplätzen und damit zu höheren städtischen Sozialaufwendungen kommen.“ Rat und Verwaltung sollten sich im nächsten Jahr auf geringere Erträge und höhere Aufwendungen einstellen. Gleichzeitig warnt die FDP vor Aktionismus": Eine durchaus übliche Reaktion könnte sein, eine Taskforce zu gründen. Was dabei rauskommt, sehen wir an der Taskforce Galeria Kaufhof“, meint der Fraktionsvorsitzende Joachim C. Heitmann. Deshalb sollten sich Rat und Verwaltung darauf konzentrieren, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft in der Stadt insgesamt zu verbessern. „Dazu gehören nicht nur die von der Stadt beeinflussbaren Finanzen, sondern auch eine funktionierende Infrastruktur.“ Erst vor wenigen Tagen hatten die Industrie- und Handelskammern im Rheinland auf die Notwendigkeit einer Verkehrswegeleitplanung hingewiesen. Die Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen sei in die Jahre gekommen und bedürfte dringender Investitionen in Wasserwege, Gleise und Straßenbauwerke wie die Uerdinger Rheinbrücke.