Krefeld Stadt: Konkurrenz um Erzieher wird härter

Krefeld · Die Stadt hat die Verträge für 112 Beschäftigte in städtischen Kitas vor allem deshalb entfristet, weil es schwerer wird, qualifizierte Erzieher zu bekommen. "Wir müssen uns als Stadt dem Wettbewerb stellen", erklärte ein Stadtsprecher auf Nachfrage. Da immer mehr Kita-Plätze eingerichtet werden müssen, habe die Stadt auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt reagiert. Mit entfristeteten Verträgen sollen neue Mitarbeiter an die Stadt gebunden werden. Früher seien befristete Verträge üblich gewesen, um auf Entwicklungen beim Bedarf reagieren zu können. Der Bedarf aber steige nun kontinuierlich. Wie berichtet, arbeiten bei der Stadt zurzeit 780 Beschäftigte in 47 städtischen Kitas.

Der DGB hat die Entfristung gestern begrüßt. "Seit Jahren haben wir ein Befristungsproblem", erklärte dazu Krefelds DGB-Chef Philipp Einfalt. Betroffen seien alle Altersklassen und Qualifikationen. "Knapp die Hälfte der Neueinstellungen erfolgt befristet", so der Gewerkschafter. "Sachgrundlose Befristungen" seien faktisch willkürlich; Arbeitnehmer und ihre Familien zahlten dafür einen hohen Preis. Befristung bedeute Unsicherheit, besonders beim Thema Familiengründung. Arbeitnehmer unter 35 Jahren seien besonders von Armut bedroht: Die Zahl derer, die trotz Arbeit arm seien, sei mit mehr als 15,5 Prozent doppelt so hoch wie bei den unbefristet Beschäftigten.

(vo)