Viele Eltern sind empört: Stadt erhöht Preise für private Schwimmschulen drastisch

Viele Eltern sind empört : Stadt erhöht Preise für private Schwimmschulen drastisch

Für die Nutzung des Badezentrums Bockum verlangt die Stadt von privaten Schwimmlehrern ab März Gebühren - ohne ihnen jedoch Extraleistungen anzubieten.

Die Stadt Krefeld konterkariert ihre eigenen Bemühungen, möglichst vielen Kindern in Krefeld das Schwimmenlernen zu ermöglichen. In einem Schreiben vom 11. Januar fordert sie die privaten Schwimmschulen auf, eine "Vereinbarung für die Nutzung der städtischen Bäder in der Stadt Krefeld" zu unterzeichnen. In dieser Vereinbarung wird auch eine "Anpassung der bisherigen Entgelterhebungspraxis für private Schwimmschulen" vorgenommen. Wie der Fachbereich Sport und Bäder weiter ausführt, soll ab März "ein Nutzungsentgelt für Leiter von Kursen, die ein bis drei Teilnehmer umfassen", in Höhe von 22,50 Euro fällig werden. Bei Kursen mit vier bis sechs Teilnehmern müssten dann je Übungseinheit 45 Euro und bei sieben bis neun Teilnehmern 67,50 Euro gezahlt werden. Hinzu käme wie bisher der Einzeleintritt von vier Euro pro Person.

"Das ist für die Mehrheit unserer Eltern nicht bezahlbar", sagt Uwe Hadeler verärgert. Er betreibt mit Jens Sander eine der bekanntesten und größten privaten Schwimmschulen in Krefeld und betreut derzeit mit seinem Team, zu dem sechs weitere Schwimmtrainer gehören, 300 Kinder. Bekannt ist Uwe Hadeler aber auch durch seine langjährige Erfahrung als Schwimmlehrer für die Stadt Krefeld. Bis heute betreut er jedes Wochenende im Linner Lehrschwimmbad städtische Kurse.

Viele Badegäste kennen ihn zudem als Schwimmmeister im Badezentrum Bockum. Entsprechend enttäuscht ist Hadeler nun über die Post des Fachbereichs Sport und Bäder. "Ich hätte mir vorherige Gespräche gewünscht und hatte auch ausdrücklich darum gebeten. Ein Termin vor Weihnachten wurde jedoch aus Krankheitsgründen vonseiten der Stadt abgesagt. Und danach habe ich bis zu diesem Schreiben nichts mehr gehört." Hadeler und Sander ärgert auch, dass Gebühren erhoben werden für eine Nutzung, die sich ihrer Meinung nach nicht von der anderer Badegäste unterscheidet. "Wir haben keine eigenen Kabinen und auch keine reservierten Wasserflächen. Wir teilen uns die Fläche mit allen anderen und genießen keine Sonderbehandlung", betont Hadeler.

In einem Schreiben an den Fachbereich erklären die Schwimmlehrer, dass sie eine Nutzungsvereinbarung an sich längst für überfällig halten. Seit dem Jahr 2014 habe es nichts Schriftliches in dieser Richtung gegeben. Das Schreiben der Stadt sehen Sander und Hadeler als "Entwurf", der "ein Einstieg für eine gemeinsame Erörterung" sei. "Wir sind für Gespräche offen", heißt es in dem Brief.

Ein Nutzungsentgelt, das umgerechnet auf ein Kind 7,50 Euro plus vier Euro Eintritt, also 11,50 Euro für eine Übungseinheit, ausmache (hinzu kommen noch die Trainerkosten), lehnen sie jedoch strikt ab. Hadeler rechnet vor: "Allein 2016 haben unsere Kinder im Bockumer Badezentrum 26.000 Euro an Eintritt bezahlt. Den Eltern ist nicht zuzumuten, weitere 7,50 Euro pro 45 Minuten allein für die Nutzung des Bades zu zahlen."

Die Eltern der Schwimm-Kinder machen ihrem Ärger bei Facebook Luft. Von "Abzocke" ist da zu lesen. Außerdem wird gefragt, wie diese Gebühren zu dem Bestreben der Stadt passen, das Schwimmen in Krefeld zu fördern. Besonders Kinder mit Handicap oder Angst vor Wasser würden nur in Kleingruppen, wie sie von privaten Schwimmschulen angeboten werden, das Schwimmen lernen.

Uwe Hadeler und Jens Sander werden wohl nicht weiter in Krefeld trainieren, sollte die Stadt bei ihrem harten Kurs bleiben. Bereits den jüngsten Ferienkursus im Januar hatten sie in Willich abgehalten. Hadeler: "Dort hatten wir eine eigene Wasserfläche, eigene Kabinen und ein sehr schönes Ambiente. Dort haben die Kinder umgerechnet pro Trainingseinheit fünf Euro Nutzungsgebühr inklusive Eintritt gezahlt."

(RP)