Krefeld: Stadt blockiert Pavillonbau am Sportplatz

Krefeld: Stadt blockiert Pavillonbau am Sportplatz

Der Fußballverein ats Krefeld möchte einen geschlossenen Unterstand auf seinem Trainingsgelände installieren.

Der ats Krefeld ist ein Fußballverein mit großer Tradition. Rund 500 Kinder und Jugendliche sind hier aktiv. Um für Eltern - die während des Spielbetriebs auf ihren jeweiligen Nachwuchs warten oder bei den Turnieren zuschauen wollen - den Aufenthalt angenehmer zu gestalten, würde der Verein gern einen Pavillon auf dem Gelände errichten. Doch das Projekt am Sportplatz an der Randstraße scheint unter keinem guten Stern zu stehen. "Wir haben schon vor drei Jahren erste Voranfragen an die Stadt Krefeld gestellt und diese in den letzten Monaten intensiviert. Es kommen aber immer nur ausweichende, negativ beschiedene Antworten", sagt Timur Tas, Vorsitzender des Vereins.

Geplant ist, den derzeitigen offenen Unterstand durch einen etwas größeren Pavillon zu ersetzen. Dieser würde ebenso wie sein Vorgängermodell keine feste Bodenplatte, sondern lediglich ein Punktfundament benötigen. Das heißt: Das Gebäude könnte schnell errichtet und auch wieder demontiert werden, ohne dass es zu großen Bodenarbeiten kommt. Der Pavillon mit seinen großen Glasfronten in Richtung der Spielfelder soll zudem eine Küche sowie eine sanitäre Anlage erhalten, was - gerade im Hinblick auf die bestehenden Verhältnisse - die Situation für Spieler und Besucher verbessern würde.

"Die Finanzierung für unser Projekt steht bereits. Wir könnten den Pavillon sofort in Auftrag geben", informiert Bülent Alat vom Vorstand. Doch die Stadt Krefeld signalisiert Zurückhaltung hinsichtlich des Bauvorhabens. Eine mögliche geplante Kita auf einer Teilfläche des bisher als Parkplatz benutzten Geländes sowie ein angekündigtes Bodengutachten werden "vorgeschoben". Wobei sich der Verein fragt, wieso ein Bodengutachten von Nöten ist, da das Gelände bereits seit Jahren ohne ein solches Gutachten als Sportfläche genutzt wird und ihr geplanter Bau ebenfalls keine Tiefbauarbeiten erfordert.

"Mit dem Verein Anadolu Türksport Krefeld 1977/88 steht der Fachbereich Sport und Bäder im engen Kontakt. Hier hat es Ortstermine und Schriftverkehr gegeben", bestätigt die Pressestelle der Stadt eine schon länger andauernde Kommunikation. In Abstimmung mit den Fachbereichen Umwelt, Stadtplanung sowie Sport und Bäder sei eine umfassende Untersuchung für die Gesamtfläche - geplante Kita und Bezirkssportanlage - festgesetzt worden, heißt es weiter. Die erfolge über ein Flächenraster, so dass für die Gesamtanlage Prüfungsergebnisse vorliegen werden. Die Untersuchungen seien für die Standortanalyse und Standortentwicklung unumgänglich. Daher seien die geplanten baulichen Maßnahmen vorerst zurückzustellen. Für den Verein bedeutet das im Klartext: Weiter warten. In Sachen zeitlicher Ablauf heißt es von Seiten der Stadt, dass die erforderliche Leistungsbeschreibung für die Untersuchung bereits vorliegt und das Ausschreibungsverfahren eingeleitet ist. Bei der Stadt geht man davon aus, dass im Frühjahr 2018 Ergebnisse vorliegen. Für den ats bringt dies eine weitere Wintersaison ohne Schutz mit sich.

(RP)