Krefeld Staatsministerin zu Besuch in Krefeld

Krefeld · Voll besetzt war der Gewölbesaal im Südbahnhof beim "Krefelder Dialog" der CDU zum Thema "Die Kultur als Modus unseres Zusammenlebens - Herausforderung an Politik und Gesellschaft" mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Professor Monika Grütters.

 Staatsministerin Monika Grütters (2.v.r.) im Südbahnhof mit (v.l.) Jürgen Wettingfeld, Stefanie Neukirchner und Ansgar Heveling.

Staatsministerin Monika Grütters (2.v.r.) im Südbahnhof mit (v.l.) Jürgen Wettingfeld, Stefanie Neukirchner und Ansgar Heveling.

Foto: Thomas Lammertz

Als Germanistin verwies Grütters mit einem Heine-Zitat darauf, dass eine gemeinsame Identität der Deutschen zuerst auf kultureller Schiene entstanden und danach erst auf politischer verwirklicht worden sei. Mehrmals betonte sie, dass in der dezentral organisierten Kulturlandschaft der Bundesrepublik vor allem die Kommunen Kulturförderung trieben: Nur 1,7 Prozent des Steueraufkommens, etwa 9,3 Milliarden Euro jährlich, würden in Deutschland für die Kultur ausgegeben, davon aber 43 Prozent allein durch die Kommunen. Sie sang das Hohelied von der beispiellosen Theater- und Profi-Orchester-Dichte in Deutschland, warnte aber davor, diese Dichte als Rechtfertigung für Etatkürzungen zu nutzen.

Die Kulturausgaben der öffentlichen Haushalte seien viel zu gering, als dass man mit Einsparungen auf diesem Sektor Haushalte sanieren könne. Es dürfe nicht verkannt werden, dass die Kreativwirtschaft mit 143 Milliarden Umsatz pro Jahr auf Platz 2 (nach der Auto-, vor der Finanz-Industrie) des Branchen-Rankings stehe, dass also Investitionen in Kultur wirtschaftliche Rendite erbrächten. Das setze auch voraus, dass der Bürger sein Teil beitrage und beispielsweise Bücher nicht bei einem international operierenden Versand-Konzern bestelle, sondern im lokalen Buchladen kaufe.

Da der Bund aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht in die Kulturpolitik der Länder und Gemeinden eingreifen dürfe, habe er die Kommunen für den Zeitraum 2012 bis 2016 von einem 22-Milliarden-Paket an Pflichtleistungen entlastet, damit diese Gelder in die freiwillige Kulturförderung fließen könnten. Leider würde das Geld aber von manchen Kommunen anders verwendet, berichtete sie.

Auf die Frage, ob Krefeld als Mies- Stadt vom Jubeljahr 2019 (100 Jahre Bauhaus) mit profitieren könne, antwortete Grütters, da müsse sich Krefeld im noch zu gründenden Planungsausschuss Gehör verschaffen. Kontraproduktiv fände sie, wenn sich Kommunen aus Bereichen zurückzögen, in denen die Bürger viel Engagement zeigten, wie ein Zuhörer für Krefeld kritisierte.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort