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Krefeld: Staatsanwältin kritisiert Beschimpfung von Pferderipperin

Krefeld : Staatsanwältin kritisiert Beschimpfung von Pferderipperin

Die Krefelder Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk kritisiert neue Angriffe im Internetportal Facebook gegen die junge Frau, die 2013 Schafbock Piet und Pony Sindbad mit einem Messer getötet hatte. Von einer "Hexenjagd" spricht Stelmaszczyk angesichts neuerlicher Beschimpfungen gegen die Frau in den vergangenen Tagen.

Bei Facebook verbreitete sich die Meldung, dass am Egelsberg und in Fischeln jeweils ein Pferd verletzt aufgefunden wurde — sofort geriet bei vielen Tierfreunden die inzwischen 18-Jährige in Verdacht. Schnell aber stellte sich für die Polizei heraus, dass sich das Pferd im Fischelner Fall — an der Oberbruchstraße — selbst verletzt hatte. Dies bestätigte auch die Pferdehalterin. In Moers war ein Pferd an der Schöddungsstraße nahe des Egelsbergs in der Nacht vom 12. auf den 13. März — wohl absichtlich — verletzt worden. Die Befragungen der Polizei hat aber ergeben, dass die 18-Jährige für diesen Zeitraum ein Alibi hat.

Die junge Frau war im Dezember 2014 in einem Prozess vor dem Jugendschöffengericht zu einer einjährigen Freiheitsstrafe bei einer Bewährungszeit von zwei Jahren verurteilt worden. Sie muss also zwei Jahre straffrei bleiben, sonst geht sie ein Jahr ins Gefängnis. Sie hatte damals alle Taten gestanden. Außerdem erhielt sie die Auflage, in eine Wohngruppe zu ziehen. Eine "sehr engmaschige Betreuung" ist laut Gericht vorgesehen.

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Derzeit wird die 18-jährige laut Staatsanwaltschaft in Krefeld betreut — wobei die junge Frau eigentlich in eine Wohngruppe außerhalb von Krefeld ziehen will. "Es liegt nicht an ihr, sie findet einfach keinen Platz", sagte Stelmaszczyk. Derzeit stehe die junge Frau jeden Tag von 20 Uhr bis morgens um 7 Uhr unter Aufsicht. Sie habe eine Bewährungshelferin, bei der sie sich regelmäßig melden muss. Die Staatsanwältin hofft, dass die junge Frau nun schnell einen Platz in einer Wohngruppe außerhalb Krefelds findet. "Ich empfinde es als sehr problematisch: Wann immer in Krefeld ein Tier verletzt wird, gilt sie als verdächtig."

(sep)