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Lokalsport: Zwei Jahre Sperre für Schiedsrichter-Attacke

Lokalsport : Zwei Jahre Sperre für Schiedsrichter-Attacke

Ein Spieler des FC Lobberich/Dyck verletzte in einer Partie der Kreisliga C den Unparteiischen.

Die Spruchkammer des Fußballkreises Kempen/Krefeld hatte in den vergangenen Wochen jede Menge zu tun. In der Endphase der Saison richten sich offenbar viele Aggressionen gegen die Schiedsrichter: "Stoßen, Schlagen, Beleidigungen kommen immer wieder vor", sagt Thomas Kirches, der Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Gewalt gegen Schiedsrichter ist. In dieser Funktion war er auch am Donnerstagabend bei der Spruchkammersitzung, die einen besonders schweren Fall einer Entgleisung gegen einen seiner Kollegen verhandelte.

Am Ende stand für den Spieler Roman S. vom C-Ligisten FC Lobberich/Dyck wegen Bedrohung und Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter der Partie bei Fortuna Dilkrath III am 17. Mai eine Sperre von zwei Jahren, außerdem muss er für die mit dem Abbruch des Spiels und dem anschließenden Verfahren zusammenhängenden Kosten von knapp 200 Euro aufkommen.

Kurz nach seiner Einwechslung in der 76. Minute war Roman S. unangenehm aufgefallen, als er dem Schiedsrichter nach dem Treffer zum 4:2 für Dilkrath heftig verbal drohte. Als er daraufhin die Gelb-Rote Karte sah, brannten bei ihm die Sicherungen durch und er schubste den Unparteiischen von hinten. Dann versuchte zwar sein eigener Kapitän, ihn im Zaum zu halten, dennoch gelang Roman S. ein Faustschlag, der im Bereich des Hinterkopfes des Schiedsrichters landete. Es folgten weitere lautstarke Drohungen und Beschimpfungen.

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Es kam zum Spielabbruch in der 89. Minute beim Stand von 4:2 für Dilkrath. Bei der anschließenden Behandlung im Krankenhaus wurde beim Schiedsrichter eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert, die von ihm später erstatte Anzeige bei der Polizei lautete auf "Schwere Körperverletzung", weil die Attacke von hinten erfolgte.

Was Thomas Kirches besonders ärgerte, war der Umstand, dass der Übeltäter bei der Spruchkammersitzung unter dem Vorsitz von Rainer Hohn (TSV Bockum) keinerlei Reue zeigte: "Er versuchte seine Taten als Berührungen, Treffer an der Schulter sowie Wischer abzutun und entschuldigte sich auch nicht."

Nach Aussage von Thomas Kirches haben die Vereinsvertreter des FC Lobberich/Dyck angekündigt, sich mit Vorstand und Mannschaft zusammenzusetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Kirches hofft auf einen Vereinsausschluss und auf eine Solidarisierung unter den Vereinen, "um solchen Tätern zukünftig keine Bühne für ihre Taten zu bieten".

(RP)