Hockey : Ziel ist die Endrunde

Mit einem Doppelspieltag startet der Crefelder HTC am Wochenende in die Hockey-Bundesliga-Saison. Gespannt sein darf man, wie der Club den Abgang der Witthaus-Brüder verkraften wird.

Mit einem Doppelspieltag gegen Berlin und Alster Hamburg beginnt am Wochenende die Saison in der Hockey-Bundesliga für den Crefelder HTC. Der Deutsche Meister von 2006 dürfte in dieser Saison kleinere Brötchen backen als in den Jahren zuvor. Denn erneut muss er die Abgänge von Leistungsträgern verkraften: Die Witthaus-Brüder zieht es bekanntlich in die Ferne. Tim Witthaus spielt künftig für den Club an der Alster, Bruder Matthias für den spanischen Erstligisten Atletico Terrassa. Letztere steht allerdings für die ersten Spiele noch zur Verfügung, kann in sämtlichen September-Partien noch eingesetzt werden. Das ist auch gut für die Krefelder, denn in dieser Zeit geht es immerhin gegen den Club an der Alster ­ das erste Bruderduell überhaupt dürfte allein schon für den ein oder anderen Zuschauer mehr sorgen ­ und gegen den personell mächtig aufgerüsteten Aufsteiger Rot-Weiß Köln, der unter anderem die Olympiasieger Timo und Benjamin Weß, Tibor Weißenborn, Max Weinhold sowie Philipp und Christopher Zeller in seinen Reihen hat.

Man darf gespannt sein, wie der CHTC den Verlust der beiden Brüder wegstecken wird. Schon in der vorigen Saison musste er mit dem Weggang der Weß-Brüder einen entsprechenden Aderlass verkraften, doch ist der jetzige Verlust ­ bei allem Respekt vor den Nationalspielern ­ sicher schwerwiegender einzuschätzen. "Wittie ist der CHTC”, hat Trainer Dr.\x0fDietmar Alf schon einmal über seinen bisherigen Kapitän ­ sein Nachfolger wird Nico Müsgens ­ gesagt, ein Zeichen der hohen Wertschätzung des 25 Jahre alten Angreifers, der wie sein kleiner Bruder knapp zehn Jahre für Krefeld spielte und dort jeden Titel gewann, den es im Hockey zu gewinnen gab, sowohl mit der Vereins- als auch mit der Nationalmannschaft.

Richten sollen es jetzt die jungen Wilden. Mit Oskar Deecke, Linus und Alan Butt oder Max Wüterich (kam von Absteiger Stuttgarter Kickers), vielleicht auch schon mit dem aus Leverkusen gekommenen Junioren-Nationalspieler Felix Klein, hat der Club zumindest Alternativen in seinen Reihen, die sich auch ins Blickfeld von Nationaltrainer Markus Weise spielen wollen. Verstärkt und unterstützt werden sie von einer Reihe erfahrenen Akteuren, wie Nico Müsgens oder Christian Schulte, aber auch vom Olympiasieger von 1992, Klaus Michler, der im Notfall einspringen könnte. Schulte allerdings wird in den ersten Partien fehlen, weil der Schlussmann derzeit noch durch China reist. Für ihn rückt der zur Junioren-Nationalmannschaft zählende Niklas Sarkowsky ins erste Glied, der ohnehin in dieser Saison mehr Spielzeit bekommen soll. "Niklas ist keine klassische Nummer Zwei, der nur die Bank warm hält. Er wird sich mit Schüti abwechseln, aber wie ist noch nicht ganz klar. Vielleicht spielt künftig jeder der beiden eine Halbzeit”, sagt Teammanager Robert Haake.

Trotz des Projektes "Jugend forsch” will der CHTC auch in diesem Jahr wieder in die Endrunde einziehen. "Unser Minimalziel sind die Play-offs, also ein Platz unter den ersten Acht. Und es wäre Quatsch zu sagen, dass wir nicht auch in die Endrunde wollen, sonst bräuchten wir erst gar nicht anzutreten”, sagt Haake.

(RP)