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Werner Gatz, Chef der Schiedsrichter im Fußballkreis Kempen/Krefeld, wird 70

Fußball : Chef der Schiedsrichter vollendet am Samstag sein 70. Lebensjahr

Werner Gatz, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im Fußballkreis Kempen/Krefeld, feiert mit der Familie und Freunden in Lobberich.

In Gestalt des Nettetalers Werner Gatz vollendet am Samstag einer der wichtigsten Funktionäre des Fußballkreises Kempen/Krefeld sein 70. Lebensjahr. Er ist seit 1989 Geschäftsführer und seit 1995 Kreisschiedsrichterobmann. Er folgte damals auf Gustav Müller und ist heute der Herr über etwa 250 Unparteiische.

Fußball gespielt hat Werner Gatz in der Jugend des heutigen Hülser SV. Als 18-Jähriger wechselte er 1966 zur DJK Fortuna Dilkrath. Diesem Verein gehört er auch heute noch an. Er spielte dort in der A-Jugend und in der ersten Mannschaft. 1970 beendete er aber seine Spieler-Karriere und konzentrierte sich ganz auf die Schiedsrichterlaufbahn. Bereits 1971 leitete er Spiele in der Bezirksliga, 1973 ging es in die Landesliga, 1978 erfolgte der Sprung in die Verbandsliga und 1986 stieg er in die Oberliga auf, der damals vierthöchsten Spielklasse in Deutschland. Als Schiedsrichterassistent kam Gatz im Sommer 1988 auf die DFB-Liste. Am 1. Oktober 1988 gab Gatz dann sein Debüt in der 2. Liga beim Spiel zwischen dem FC Homburg und Kickers Offenbach als Assistent von Leo Kentsch (Essen). Eine Woche später, am 8. Oktober, erhielt er dann seine erste Berufung in der 1. Bundesliga. Er assistierte im Weserstadion Jürgen Jansen aus Essen bei der Partie Werder Bremen gegen den FC St. Pauli Insgesamt kam er 76 Mal in den ersten beiden Ligen an der Linie zum Einsatz.

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Einen besonderen Moment seiner Karriere erlebte er beim Bundesligaspiel am zwölften Spieltag der Saison 1993/94 zwischen Bayer Leverkusen und Schalke 04. Der junge Schalke-Torhüter Jens Lehmann, dessen Trainer Jörg Berger hieß, hatte bereits nach 27 Minuten drei Gegentore kassiert. Das brachte den inzwischen verstorbenen Berger dermaßen auf die Palme, dass er die Fahne an der Mittellinie aus der Verankerung riss und mit dieser gleich vor den Augen von Gatz wild in Richtung seines Torhüters wedelte und ihn dann auch zur Pause auswechselte. Ein Moment, den Werner Gatz genauso wenig vergisst wie die zufällige Einladung von Hertha BSC Berlin zur 100- Jahr-Feier. Er ließ es sich dort gemeinsam mit seinen Kollegen unter den 1000 geladenen Gästen im Anschluss an eine Begegnung in der 2. Bundesliga im Jahr 1992 gut gehen.

1996 beendete Werner Gatz seine Schiedsrichterlaufbahn und fungierte fortan bis 2010 als Schiedsrichterbeobachter in der Regionalliga. Von 1998 bis 2004 gehörte er dem Verbandsschiedsrichterausschuss an. Beruflich arbeitete 15 Jahre als Bäcker. Danach wechselte er zur Firma Mars nach Viersen, wo er 30 Jahre in der Kostenrechnung tätig war. Mit seiner Ehefrau Brigitte ist er seit 1971 verheiratet, ihre Tochter heißt Marion. Neben dem Fußball ist das Reisen sein zweites großes Hobby. Der runde Geburtstag wird im Familien- und Freundeskreis am Samstag in Lobberich gefeiert.