Kommentar: Wenig Hoffnung auf bessere Zeiten

Kommentar: Wenig Hoffnung auf bessere Zeiten

Wenn die besten Angestellten öffentlich ihre Chefs kritisieren, dann stimmt in der Firma etwas nicht. Das trifft aktuell für die Pinguine zu. Daniel Pietta und Marcel Müller ließen nach dem letzten Saisonheimspiel noch auf dem Eis mächtig Dampf ab. Eine grenzwertige Aktion, die ausdrückt, dass im Innenverhältnis die Kommunikation nicht stimmt. Die beiden Leistungsträger und viele Experten wiesen bereits sehr früh darauf hin, dass die Qualität in der Abwehr wohl nicht ausreichen werde, um in die Play-offs zu kommen. Der Blick auf das Torverhältnis bestätigt das. Zweifelsohne ist das große Verletzungspech die Hauptursache der verkorksten Saison. Doch wie darauf reagiert wurde, gehört bei der Bilanz zum Bereich Fehler. Anstatt sich in der 2. Liga zu bedienen, hätte man den Kader mit jungen Spielern auffüllen und für mehr Qualität in der Abwehr sorgen müssen. Jetzt, wo gespart werden muss und Spieler sich vorzeitig verabschieden, kommen plötzlich die Youngster zum Einsatz.

Die Profis auf dem Eis vermissen professionelleres Handeln. Wenn ein Geschäftsstellenleiter zusätzlich erst die Aufgaben des sportlichen Leiters und wenig später auch noch die des Geschäftsführers übernehmen muss und dazu über wenig Erfahrung verfügt, sind das für einen Standort, an dem viele Baustellen abgearbeitet werden müssen, keine guten Voraussetzungen, im Gegenteil. Für Matthias Roos ist das keine Herausforderung, sondern eine Überforderung. So viele Rettungsringe, die ihn in seinem kalten Wasser vor dem Ertrinken retten können, gibt es nicht.

Hoffnung, dass nach der dritten Eiszeit ohne Play-offs alles besser wird, besteht derzeit kaum. Sollte der neue Mietvertrag tatsächlich nur eine kurzfristige Vereinbarung sein, die handelnden Personen bleiben und der Etat sogar noch reduziert werden, dann kann das Ziel nur wird, nicht Letzter zu werden. Und wenn dann die besten Angestellten merken, dass es in der Firma nicht wieder aufwärts gehen kann, suchen sie sich einen anderen Arbeitgeber. In solchen Zeiten wird immer der Ruf nach Rettern laut. Wo sind die Leute, die das Ruder von Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz übernehmen wollen? Immer wieder ist aus dem Dunstkreis der Pinguine zu hören, dass ein russischer Konzern einsteigen wollte. Es gibt sogar ein entsprechendes Schriftstück. Aber ist das echt? Auch im Umfeld von Christian Ehrhoff soll es Personen geben, die gewillt sind zu helfen. Ernstzunehmende Erklärungen in der Öffentlichkeit gibt es bisher nicht. Bitte ruft mich an!

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H.-G. SCHOOFS

(RP)
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