Lokalsport: Wehmut vor Bilanovics Abschied

Lokalsport : Wehmut vor Bilanovics Abschied

Wenn der Handball-Drittligist HSG Krefeld am Samstag um 19 Uhr den ATSV Habenhausen empfängt, dann ist es das letzte Spiel des Trainers an der Seitenlinie. Seine Bilanz ist positiv. Mit einem Sieg ist Platz vier in der Tabelle sicher.

Es schwingt schon einige Wehmut in der Stimme Dusko Bilanovic' mit, wenn er über das letzte Spiel der Saison redet. "Es war eine sehr schöne Zeit hier. Ich denke insgesamt war sie auch sehr erfolgreich. Die Verantwortlichen waren von der ersten Minute an sehr fair und offen. Es war ja von Beginn an klar, dass es nur für ein halbes Jahr ist. Daher ist es okay, aber ich habe mit allen super zusammengearbeitet und daher ist es natürlich dennoch schade, dass es jetzt zu Ende geht", sagt der Übergangstrainer, der nach der Partie gegen den ATSV Habenhausen am Samstag sein Amt an den neu aus Korschenbroich kommenden Ronny Rogawska übergeben wird.

Tatsächlich fällt die Bilanz des Noch-Trainers überaus positiv aus: "Als ich kam war unsere Tordifferenz knapp im Plus. Jetzt liegen wir klar über 100 im Plus, haben über weite Strecken guten Handball gespielt und stehen kurz vor Erreichung des vierten Platzes. Ich denke, wir können zufrieden sein." Nur eine Niederlage nagt noch immer an ihm: Das 24:25 in heimischer Halle gegen Minden Anfang Februar. Ansonsten war die Glockenspitzhalle eine Festung. Nur gegen den verlustpunktfreien Aufsteiger aus Ferndorf setzte es noch eine knappe Niederlage mit nur einem Tor. Gegen Longerich kam am Ende ein unglückliches Unentschieden zustande. Davon abgesehen waren die Auftritte stets überzeugend.

Das soll nun auch im letzten Saisonspiel gegen Absteiger Habenhausen so bleiben. Die Chancen stehen gut, obschon der Trainer warnt: "Habenhausen ist besser als der Tabellenplatz. Offensiv sind sie wirklich gefährlich. Ihre Schwäche und der Grund ihres Abstiegs ist die Defensive." Diese ist mit 907 Gegentreffern die schwächste der Liga. Zum Vergleich: Die HSG hat mit 697 Gegentoren den zweitbesten Abwehrverbund nach Ferndorf. Mit anderen Worten: 210 Tore mehr schluckte der Gegner bislang. Macht bei 29 Saisonspielen unglaubliche sieben Tore pro Spiel.

Das könnte selbst eine Top-Offensive kaum kompensieren. Entsprechend wichtig wird es für die Eagles sein, ihre Angriffe konsequent und sicher auszuspielen. Trotz der weiterhin vielen Ausfälle soll variables Spiel und Zug zum Tor vorherrschen und so den letzten noch notwendigen Schritt zum vierten Platz und damit der Qualifikation zum DHB-Pokal in der kommenden Saison sicherstellen. Mit einem Auge werden die Krefelder dann auch nach Ahlen schielen, ob der Dritte aus Leichlingen dort vielleicht doch noch Punkte lässt. Dann nämlich wäre bei einem Sieg Rang drei erreicht. Damit könnten die Eagles die erste Pokalrunde, die in einem Vierer-Turnier gespielt wird, sogar ausrichten.

Fraglich sind für den Samstag neben den bekannten Langzeitverletzten auch Stefan Nippes und Tim Wirtz. Nippes verletzte sich in Gummersbach an der Achillessehne, Wirtz laboriert an Patellasehnen-Problemen.

(RP)
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