1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Fußball: Wechselspiele in der Bauernliga?

Fußball : Wechselspiele in der Bauernliga?

Beim Verbandstag am Samstag in Duisburg wird entschieden, ob in den untersten Klassen des Amateur-Fußballs wie in Bayern schon praktiziert ausgewechselte Spieler wieder eingewechselt werden dürfen. Einige Vereinsvertreter sehen der Regelung skeptisch entgegen.

Der Westdeutsche Fussball- und Leichtathletikverband (WFLV) entscheidet am kommenden Samstag auf seinem Verbandstag in Duisburg-Rheinhausen, ob nordrhein-westfälische C- und D-Ligisten, die auch gerne Bauernligen genannt werden, frühestens ab der Saison 2011/12 bereits ausgewechselte Spieler wieder einwechseln dürfen. In Bayern ist der sogenannte Rückwechsel schon ab dieser Saison erlaubt. Um sie auch in Nordrhein-Westfalen einzuführen, genügt die einfache Mehrheit der Delegiertenstimmen auf dem Verbandstag.

Drei Vertreter des Kreises 6

Wie sich die drei Vertreter des Kempen-Krefelder Fußballkreises, Kreisvorsitzender Willi Wittmann, Kreisgeschäftsführer Werner Gatz und Fußballobmann Hubert Hinrichs, entscheiden werden, steht noch nicht fest. "In der Kreisliga C wäre es okay, weil die Mannschaften kleiner sind. Aber ich bin dagegen, dass man beliebig oft wechseln kann, denn dadurch könnte der Spielfluss gestört werden", sagt Hinrichs. Die Vereine sind noch skeptischer. "Ich persönlich halte nichts davon. Ich beobachte es seit einiger Zeit, dass zum Beispiel bei Testspielen, entgegen den Regelungen, Rückwechsel vereinbart werden. Nur nutzen es die Trainer sehr selten, obwohl sie es vorher vereinbart haben", sagt Alexandros Ouzounis, Geschäftsführer des FC Hellas Krefeld, dessen erste Mannschaft in der Kreisliga B und die zweite in der Kreisliga C spielt.

Franz-Josef Schmitz, 2. Vorsitzender des SV Thomasstadt Kempen, der diese Saison zwei C-Liga-Teams ins Rennen schickt, hält die Regelung für sinnvoll: "In den unteren Mannschaften wird meist viel zu wenig trainiert. Wenn man ständig wechseln kann, können sich die Spieler ausruhen."

Michael Schlippes, Spielertrainer bei der zweiten Mannschaft von Viktoria Krefeld (Kreisliga C), und Siggi Herbrechter, Trainer der zweiten Mannschaft des TSV Bockum (Kreisliga A), stoßen in das gleiche Horn. "Ich halte von dieser Regelung gar nichts. Da sehe ich die Gefahr des Zeitspiels in der Schlussphase", meint Schlippes. "Wenn ich jemanden auswechsele, hat das auch seinen Grund, und wieso sollte ich ihn dann wieder einwechseln. Zudem wäre das ein viel zu großes Durcheinander", sagt Herbrechter.

Mike Klein, Trainer des Landesliga-Aufsteigers VfB Uerdingen, findet dagegen, "dass es in den unteren Ligen, wie zum Beispiel der Kreisliga A oder B, Sinn machen kann, wenn zu wenige Spieler da sind. Aber in den oberen Klassen stehen immer große Kader zur Verfügung."

(RP)