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Warum Krefeld im deutschen Eishockey ein Alleinstellungsmerkmal besitzt

Interview Elmar Schmitz : „Das Oberliga-Team ist für unseren Club sehr wichtig“

Warum Krefeld im deutschen Eishockey ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, mit welchen Probleme der KEV 81 vor der Saison zu kämpfen hatte und welche Ziele er verfolgt – in dieser Saison und generell.

Am kommenden Freitag beginnt in der Eishockey-Oberliga mit dem Saison-Eröffnungsspiel Hannover Indians gegen Crocodiles Hamburg die Spielzeit 2021/22. Für den KEV geht es am Sonntag um 17.15 Uhr mit einem Heimspiel gegen die Ice Fighters aus Leipzig los. Vor dem Saisonstart spricht Trainer Elmar Schmitz über die anstehende Spielzeit.

Was waren die Gründe dafür, dass es lange fraglich war, ob der KEV überhaupt eine Oberligamannschaft stellen kann?

Schmitz Unser größtes Problem war, dass die Pinguine ihren Kooperationsbeitrag um 50 Prozent kürzen mussten. Es bedurfte einer riesigen Kraftanstrengung, diese Lücke zu schließen, was uns dann aber kurz vor Meldeschluss gelungen ist. Wir haben neue Sponsoren gefunden und bestehende Sponsoren haben ihren Beitrag erhöht, weil ihnen der Nachwuchs am Herzen liegt.

Wie kamen die Kontakte zu den neuen Sponsoren zustande?

Schmitz Durch aktive Ansprache vom Vorstand des KEV. Mit Danny Fischbach und Lukas Heise als ehemalige KEV Spieler und Inhaber der Unternehmensgruppe waren wir schon länger im Kontakt. Sie leisten einen sehr wichtigen Beitrag zur Fortführung unseres Projekts.

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Welches Feedback haben Sie zur Wegbegleiter-Aktion bekommen und wie ist der aktuelle Stand?

Schmitz Diese Aktion ist überragend bei der Krefelder Eishockeyfamilie angekommen und hat erheblich dazu beigetragen, die Finanzierungslücke zu schließen.

Wie wichtig ist die Oberligamannschaft als Perspektive für den Nachwuchs?

Schmitz Die Oberligamannschaft ist für unseren Club sehr wichtig. Sie schließt die Lücke zwischen Profi- und Nachwuchs-Eishockey. Krefeld besitzt damit in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal, und für talentierte Spieler ist es attraktiv, zum KEV zu wechseln.

Was war Ihrer Meinung nach entscheidend, dass Alex Blank, Luca Hauf und Maciek Rutkowski sehr schnell den Sprung aus der Oberliga in den Profikader der Pinguine geschafft haben?

Schmitz Alle Spieler sind sehr talentiert. In der Oberliga konnten sie Erfahrungen sammeln, weil sie sehr viel Eiszeit bekommen haben und auch schon Verantwortung übernommen haben. Das hat ihnen den Sprung auf ein höheres Level erleichtert.

Welchen Spielern des jetzigen Kaders trauen Sie als nächstes den Sprung in den Profikader zu?

Schmitz Von den Verteidigern sind Michael Schaaf, Markus Freis und Leon Schuster Kandidaten für höhere Aufgaben. Bei den Stürmern sind unsere 18-jährigen Importspieler Anakin Tessier und Marcel Mahkovec sehr interessant, weil sie auch perspektivisch die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen können.

Neben den Spielern, die jetzt im Pinguine-Kader stehen, haben in Patrick Demetz, Adam Kiedewicz, Michael Fomin und Jakub Prokurat weitere Stammkräfte den Club verlassen. Wie wollen Sie diese Lücken schließen?

Schmitz Diese Lücken komplett zu schließen, wird nicht möglich sein. Es macht uns aber stolz, dass so viele Spieler den Sprung ins Profi-Eishockey geschafft haben. Wegen der langen Planungsunsicherheit war es auch schwierig, mit neuen Spielern zu sprechen. Nichtsdestotrotz haben wir in Manuel Nix und Florian Maierhofer zwei intelligente junge Stürmer für unser Projekt gewinnen können. Rückkehrer Valentin Pfeifer wird uns auf der Centerposition die notwendige Stabilität geben.

Wie wichtig ist die Verpflichtung des DEL-erfahrenen Torhüters Patrick Klein? Soll das Team noch mit einem erfahrenen Feldspieler verstärkt werden?

Schmitz Klein ist unser Königstransfer. Jeder weiß, wie wichtig eine starke Nummer 1 in dieser Sportart ist. Patrick wird der jungen Mannschaft enorm helfen und unsere jungen Torhüter Jonas Gähr und Matthias Bittner besser machen. Finanziell ist es nicht möglich, erfahrene Spieler zu verpflichten. Wir setzen eher auf junge, hungrige Spieler, die den Sprung in den Profibereich schaffen möchten.

Es gab erneut einen Defekt an der Eisaufbereitungsanlage in der Eishalle. Geht die Mannschaft mit einem Trainingsrückstand in die Meisterschaft?

Schmitz Die Vorbereitung war nicht optimal. Es fehlen uns sowohl Trainings- als auch Spielzeiten. Es wird noch dauern, bevor wir im Rhythmus sind.

Viele andere Mannschaften in der Liga haben ihren Spielerkader enorm aufgerüstet und arbeiten unter Profibedingungen. Wie wollen Sie da mithalten?

Schmitz Die anderen Clubs haben viele erfahrene Spieler unter Vertrag genommen. Für uns geht es vom ersten Spieltag an gegen den Abstieg. Die Teilnahme an der Play-off-Runde käme einer Meisterschaft gleich. Unser primäres Ziel ist es, weiterhin junge Spieler in den Profibereich zu bringen. Das ist uns nach den vergangenen beiden Spielzeiten auch gut gelungen.

Wer sind die Konkurrenten beim Kampf um den Klassenerhalt?

Schmitz Ich sehe da Hamm, Essen und Diez/Limburg.

Wer sind Ihre Meisterschaftsfavoriten?

Schmitz Sicherlich der amtierende Oberligameister Hannover Scorpions sowie Tilburg und Herne. Außenseiterchancen räume ich den Hannover Indians und Halle ein.