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VT Kempen: Für Andreas Kugler steht der Spieler an erster Stelle

Handball : Für Kugler steht der Spieler an erster Stelle

Der Handballtrainer der VT Kempen hat sich voll und ganz dem weiblichen Nachwuchs verschrieben.

Andreas Kugler ist das, was in Sportlerkreisen gerne mal als alter Hase bezeichnet wird. Seit 35 Jahren ist der heute 56-Jährige Handballtrainer, die letzten fünf Jahre davon bei der VT Kempen. „Ich habe immer nur Frauen oder Mädchen trainiert. Als ich nach Kempen kam, wollten wir mit den Frauen wieder in die Landesliga aufsteigen“, erinnert sich Kugler. Doch es reichte zweimal hintereinander nur zu einem zweiten Platz. Da Kugler in seinem zweiten Kempener Jahr auch schon eine weibliche Nachwuchsmannschaft übernommen hatte, war danach der Schritt, komplett als Übungsleiter in die Jugend zu wechseln, keine Überraschung.

„Für mich ist als Trainer immer entscheidend, dass die Kinder einen stetigen Durchlauf von der E- bis zur A-Jugend haben“, lautet sein Credo. Seit vier Jahren arbeitet er schon mit der jetzigen weiblichen B-Jugend der VT Kempen zusammen. Eine Zeit, in der für den Lehrwart des Handball-Verbandes Niederrhein der Erfolg anders definiert wurde, als nur ein Sieg gegen den Gegner. „Am Anfang war es meine erste Aufgabe, den Spielerinnen Selbstvertrauen zu geben. Die Unruhe innerhalb der Mannschaft wurde beseitigt und ein gesundes Gefüge zusammengestellt.“

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In der vor kurzem durch die Corona-Krise beendeten Oberligasaison unterlagen seine Schützlinge zu Beginn der Saison in einigen Partien sehr knapp. Für Kugler begann ein schmaler Grat, die Unzufriedenheit der Spielerinnen so niedrig wie möglich zu halten, aber auch dafür zu sorgen, dass sich jeder im Team mit seinen individuellen Fähigkeiten persönlich weiter entwickelt.

„Es ist kein gutes Rezept, als Trainer von Woche zu Woche zu denken, wie man ein Spiel gewinnen kann. Ich möchte am Ende sehen, dass sich jede einzelne Spielerin verbessert hat. Dabei ist es für mich zweitrangig, ob wir gewinnen oder verlieren“, erörtert Kugler seine Philosophie.

Dabei gilt es auch konsequent und fair miteinander umzugehen, aber auch ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben, damit sie Verständis für seine Handlungsweisen haben. Dass Kugler damit auf einem guten Weg war, zeigten die letzten Spiele vor dem Saisonabbruch. Die weibliche B-Jugend hat davon drei gewonnen, einmal Unentschieden gespielt und einmal verloren. „Die Mädels haben einen Riesenschritt nach vorne gemacht, die Entwicklung ist hier sehr gut zu beobachten gewesen“, bilanziert Kugler, der sich nun von diesem Team verabschiedet und es in die Hände vom Trainergespann Christiane Mandelatz und Eva Dünnwald gibt, um wieder ein jüngeres Team zu übernehmen.

Ob er denn nicht auch traurig ist, dass er mit seiner Mannschaft keinen ordentlichen Saisonabschluss feiern konnte? „Klar bin ich traurig, aber ich bin schon so lange im Geschäft, da ist das nicht so dramatisch. Wichtig ist, dass die Ausbildung der Spielerinnen nicht umsonst war und sie von der Qualität her in der Oberliga mitspielen können“, so Kugler, der mit dem Team noch ein Abschiedsgrillen plant. Mit den Frauen von der VT Kempen hat Kugler anfangs zwar nicht den Aufstieg in die Landesliga geschafft, aber in den zurückliegenden Jahren mit Sicherheit die Grundlagen dafür gelegt, dass es mit Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs durchaus gelingen kann.