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Volleyballer des Verberger TV nutzen die Krise kreativ

Drei Plätze in der Zweifachhalle : Volleyballer des Verberger TV nutzen die Krise kreativ

Der Verberger TV baut ein Fangnetz, um in der Zweifachturnhalle am Luiter Weg auf drei Feldern trainieren zu können. Aber der Vorsitzende Jan Moertter hat noch mehr Ideen, die während der Corona-Pause umgesetzt werden.

Der Betrieb ruht. Auch im Sport. Corona hat die Aktivisten gestoppt. Aber sie geben keine Ruhe. Zum Beispiel Jan Moertter. Der 34-Jährige ist mit Leib und Seele Volleyballer. Und er gehört zu denjenigen, die nicht nur aktiv Sport treiben, sondern sich auch im Verein engagieren. Seit sechs Jahren ist er Vorsitzender des Verberger TV, dem er seit 25 Jahren angehört. „Ich bin seit dem Kinderturnen dabei“, sagt er und lacht.

Das Lachen ist ihm trotz der Corona-Pandemie nicht vergangen, obwohl auch ihn die Zwangspause nervt. Vor einem Jahr stoppte der erste Lockdown die Volleyballer des VTV. Als die Konkurrenten im Frühsommer schon längst wieder trainieren konnten, mussten die Verberger noch zuschauen, weil die Halle am Luiter Weg dem Landschaftsverband Rheinland gehört und länger geschlossen war. „Nach den Sommerferien durften wir wieder rein, aber sechs Wochen später kam der zweite Lockdown“, berichtet Moertter, der davon ausgeht, dass in den nächsten Tagen auch der Volleyballverband die Saison für beendet erklärt.

In der nun fast einjährigen Zwangspause hat er die Hände aber nicht etwa in den Schoß gelegt, sondern angepackt. „Wir haben die Energie in andere Projekte gesteckt“, sagt er. Zum Beispiel in den Bau eines schnell zu montierenden Netzes. „Am Luiter Weg haben wir eine Zweifach-Turnhalle. Aber aufgrund unserer steigenden Mitgliederzahlen nutzen wir sie im Training mit drei Feldern“, berichtet Moertter, der in der ersten Herrenmannschaft, die in der Oberliga spielt, als Mittelblocker fungiert.

Werden aber drei Felder genutzt, ist die Verletzungsgefahr größer, weil so einige Schmetterbälle dort landen, wo sie eigentlich nicht landen sollen. „Deshalb haben wir ein eigenes Sicherheitssystem entwickelt, um Verletzungen zu vermeiden.“ Das Fangnetz lässt sich mit Hilfe des Netzwagens in kurzer Zeit gut auf- und abbauen. „Das ist nichts professionelles, aber 95 Prozent der Bälle bleiben im Feld.“ Sechs Wochen hat es von der Idee bis zur Fertigstellung gedauert, wobei ein Großteil der Arbeit daheim im Keller gemeinsam mit Boris Kluth erledigt wurde. 500 Euro kostet ein Netz mit Drahtseil und Wagen, zwei davon musste gefertigt werden, um die drei Felder abzutrennen.

Ein weiteres Trainingsgerät wurde selbst gefertigt: der Abwehrblock mit zwei Schneeschippen. Auf den Fußballplätzen werden oft bunte Plastikfiguren aufgestellt, um die herum gedribbelt oder geschossen werden muss. Bei den Volleyballern simulieren nun die Schaufeln den gegnerischen Block. „Das haben wir irgendwann mal im Internet gesehen“, erzählt Moertter. „Damals haben wir gesagt, das bauen wir nach, wenn wir mal Zeit haben. Die haben wir jetzt.“

Er hat noch weitere Projekte im Blick, die er in Angriff nehmen will: „Zum Beispiel den Bau von Reflexbrettern, mit Hilfe derer die Hand- und Augen-Koordination trainiert werden kann.“ Und dann steht natürlich noch ein ganz großes Projekt auf seiner Wunschliste: „Wir möchten gerne gemeinsam mit unseren Kooperationsvereinen TV Traar und FC Traar auf der Bezirkssportanlage am Buscher Holzweg eine Multifunktionshalle bauen. Das ist unser großes Ziel.“ Die darf dann aber auch gerne nach der Pandemie fertiggestellt werden. Schließlich hoffen auch die Verberger Volleyballer, dass im Sommer die Vorbereitung auf die neue Saison beginnen kann.