Eishockey: Verband segnet Eishockey-Ehe ab

Eishockey: Verband segnet Eishockey-Ehe ab

Krefeld wird in der kommenden Saison auch in der Oberliga West vertreten sein. Am Samstag bei der Ligentagung in Dortmund erhielt die Spielgemeinschaft KEV 81 und Preussen die notwendige Lizenz. Die Grefrather Eissport-Gemeinschaft spielt in der Regionalliga West.

Den Ruf einer traditionsreichen Eishockey-Stadt genoss Krefeld schon, als die Preussen und der KEV Anfang der fünfziger Jahre Deutscher Meister wurden. Seit Samstag ist die Seidenstadt die Eishockey-Hochburg Nummer eins in Deutschland. Denn in keiner anderen Stadt ist ein DEL-Club und ein Drittligist zu Hause, die auch beide kooperieren, und dazu noch ein Club in der DNL und der Schüler-Bundesliga vertreten. Bei der Ligatagung des Landesverbandes NRW (LEV) segneten die Funktionäre die Eishockey-Ehe zwischen dem Krefelder EV 81 und dem EHC Krefeld-Niederrhein "Die Preussen" ab und nahm die neue Spielgemeinschaft von der Westparkstraße in die Oberliga West auf. Dagegen verzichtete der Lokalrivale Grefrath Phoenix auf den Sprung in Liga drei und spielt in der Regionalliga West.

Kurze Sitzung

Im Vorfeld der Ligatagung war viel darüber spekuliert worden, ob KEV und Preussen überhaupt eine Chance haben, in die Oberliga aufgenommen zu werden. Durch den am 16. Mai öffentlich vorgestellten Plan der Krefelder wurde die dritte Liga plötzlich auch für andere Vereine interessant. "Um 10.30 Uhr hat die Sitzung begonnen, um 11 Uhr war alles klar", sagte gestern Achim Staudt. Das beweist, dass der Jugend-Obmann des KEV und die Vertreter der Preussen im Vorfeld der Sitzung ganze Arbeit geleistet hatten. "Der Verband hat unser Konzept, das vorrangig die Nachwuchs-Förderung beinhaltet, sehr begrüßt", sagte Staudt. Der EHC Krefeld-Niederrhein hatte sich im Mai beim Verband abgemeldet. Dort wird jetzt der KEV 81 als Lizenzinhaber geführt. "Wir kümmern uns um die Verbands-Angelegenheiten, die Preussen um die Organisation und den Spielbetrieb. Jetzt liegt es an uns, etwas daraus zu machen", erklärte Staudt. Darum soll der neue Oberligist nur als Preussen Krefeld antreten und die entsprechenden Trikots der Rot-Weißen tragen.

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Die Pinguine freuen sich, dass ihr Stammverein KEV jetzt in der Oberliga vertreten ist. "Das erste Jahr wird sicher holprig werden. Aber man muss die ganze Sache langfristig sehen. Krefeld besitzt die einmalige Chance einer optimalen Talentförderung", sagt der sportliche Berater Rüdiger Noack. Ob die Zusammenarbeit schon in der kommenden Saison personelle Auswirkungen hat, kann Noack noch nicht genau sagen: "Ich könnte mir vorstellen, dass zum Beispiel Christian Kretschmann in der Oberliga spielt und auch bei uns trainiert."

Ziemlich erleichtert und zufrieden reagierten die Verantwortlichen in Grefrath auf die Einteilung der Ligen. "In den letzten zwei Wochen hat sich der Verband endlich bemüht, eine vernünftige Lösung zu finden. Letztendlich hat man sich für unsere Vorschläge entschieden, die man zunächst abgelehnt hatte. Wir haben jetzt Planungssicherheit. Wir hätten zwar gerne noch Troisdorf und Neuss in einer Zehner- Liga gesehen und dafür Frankfurt 1b nicht, aber wir nehmen das jetzt so hin und freuen uns auf die neue Saison", erklärte gestern Grefraths sportlicher Leiter René Thielsch.

(RP)
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