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TV Traar: Der Vorsitzende Marcus Benger möchte eine Lockerung der Maßnahmen für Kinder

Corona-Pandemie : Marcus Benger vom TV Traar kritisiert Maßnahmen

Es wurde in den zurückliegenenden Tagen viel über die getroffenen Maßnahmen zur weiteren Ausbreitung des möglicherweise tödlichen Corona-Virus’ diskutiert. Der Vorsitzende des TV Traar hat sich positioniert und fordert eine Lockerung für Kinder.

Der Turnverein Traar muss – wie allen anderen Sporrtvereine auch – ab dem 2. November seine Abteilungen für vier Wochen aufgrund der Corona-Pandemie und den neuen Vorschriften wieder schließen. Noch im Frühsommer hatte der Verein beim ersten Lockdown viel Zeit und Kraft investiert, um ein Abstands- und Hygiene-Konzept vorzulegen, das einen sehr organisierten und geordneten Ablauf in den einzelnen Abteilungen zu ließ. „Alle Übungsleiter und Übungsleiterinnen sowie unsere Mitglieder haben sich hervorragend daran gehalten“, versichert der Vorsitzende Marcus Benger. Seit der Wiedereröffnung im Juni ist kein Mitglied des Vereins als Infizierter gemeldet gewesen. Eine Aussage, die ihn natürlich stolz macht. Angesprochen darauf, dass man überhaupt keine Übersicht mehr hat, wie die Infektionsketten überlaufen, antwortet er: „Klar, ein Restrisiko bleibt immer bestehen, aber dann brauche ich auch nirgendwo mehr hingehen.“ Genau in diese Richtung gehen die politischen Beschlüsse: Kontakte sollen möglichst minimalisiert werden.

Benger zeigt wenig Verständnis dafür, dass auch der Breiten,- und Amateursport zurückstecken müssen, und das trotz funktionierender Hygienekonzepte. „Vor allem die vielen Kinder, die in dieser schweren Zeit ein bisschen Spaß im Sport gefunden haben, sollen nun wieder fern bleiben. Was sollen die Kinder denn machen, außer vielleicht wieder vor dem Fernseher zu sitzen oder mit Spielkonsolen die Zeit zu verbringen? In ein paar Monaten heißt es wieder, unsere Kinder seien zu dick und zu fettleibig. Und warum ist das so? Weil man den Kindern den Sport nimmt.“

Der Vorsitzende plädiert viel mehr dafür, dass es Kindern mit erheblichen Einschränkungen ermöglicht werden müsste, den Sport weiter treiben zu dürfen. Für ihn ist es schwer, einer Mutter zu erklären, warum im Profifußball gespielt werden kann, ihr Kind aber derzeit keinen Sport betreiben darf. „Klar, die Fußballer werden jeden Tag getestet und das können wir im Breitensport nicht machen, aber wenn einer ein Tor schießt, liegen die sich auch in den Armen und tauschen Körperflüssigkeiten aus. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen in dieser Hinsicht“, sagt Benger. Das dies möglich ist, weil alle negativ getestet sind, ignoriert er und verweist darauf, dass die Hotspots nicht im Breitensport zu finden sind, sondern an anderen Orten.

Benger würde sich aber auch mit einer Teillösung zufrieden geben: „Wir Erwachsene können uns noch anderweitig beschäftigen, aber ich halte es für sinnvoll, dass sich die Kinder bewegen. Selbst in der Schule fällt der Sport erst einmal weg.“

Natürlich möchte er nicht falsch verstanden werden. Ihm sei schon bewusst, dass das Virus gefährlich ist. „Wir sind absolut für die Maskenpflicht, die nötigen Abstands- und Hygiene-Massnahmen und die darüber hinaus gehenden Arbeitsmassnahmen. Wenn diese Massnahmen alle eingehalten werden, wird das Risiko zu erkranken sehr stark herabgesetzt“, sagt er.

Aber weil sich nicht alle daran halten, sind die Zahlen explodiert – zum Leidwesen derer, die sich an die Regeln halten.