1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Trabrennfahrer Michael Nimczyk ist zum neunten Mal Deutscher Meister

Trabrennen : Michael Nimczyk, der Dauer-Champion

Der Berufs-Trabrennfahrer aus Schiefbahn ist zum neunten Mal Deutscher Meister. Den Titel 2019 krönte er mit dem Sieg beim deutschen Stuten-Derby.

Auch wenn Michael Nimczyk erst 33 Jahre alt ist, gilt er im Trabrennsport schon als alter Hase. Schließlich gewann der Schiefbahner 2019 schon zum neunten Mal das Championat der Berufsfahrer und zuletzt sogar sieben Mal in Folge. Doch der neunte Goldhelm, den der Champion im Januar bei der Ehrung in Berlin erhielt, glänzt besonders. Denn „Meiki“ wie ihn seine Freunde und Bekannten nennen, erfüllte sich im Vorjahr einen lang ersehnten Herzenswunsch. Beim 124. Deutschen Traberderby in Berlin gewann er mit „La Grace“ zum ersten Mal in seiner so erfolgreichen Karriere den mit 90.000 Euro dotierten Stutenpreis.

Dieser Triumph stand natürlich auch am vergangenen Samstag im Mittelpunkt, als Michael Nimczyk mit 120 geladenen Gästen im Kronensaal des Schiefbahner Kaiserhofs seine erfolgreiche Saison mit 161 Siegen feierte. Das galt auch für seinen Vater Wolfgang, der 2019 zum vierten Mal das Trainer-Championat gewann. Insgesamt steuerten die Fahrer aus dem Pferdesportzentrum Kaiserhof 198 Mal ein Pferd als Sieger ins Ziel und fuhren für die verschiedenen Besitzer der Vierbeiner zusammen 610.000 Euro ein.

Maren Hoever, Präsidentin des Hauptverbandes der Trabrennzucht (HVT) und ihr Vize Heinz Tell, zeichneten Vater und Sohn Nimczyk mit einem Berliner Bären aus. „Es ist unglaublich, dass wir hier nun schon zum neunten Mal sind. Ihr dreht hier ein riesiges Rad . Ich war heute im Stall. Ihr habt ein großartiges Team. Ihr seid ein roter Faden im Trabrennsport. Ohne euch wäre es in unserem Sport sehr viel ärmer. Danke, dass ihr euch so einsetzt“, sagte Maren Hoever.

Moderator Christoph Pellander vom NDR, der bis 2019 „Head of Delegation Germany“ beim Eurovision Song Contest war und am Samstag durch den Abend führte, zählte die vielen herausragenden Erfolge des Jahres auf, bei denen Michael Nimczyk im Sulky saß. Den bisher emotionalsten Moment des Champions erlebte er im August hautnah mit, als er den Derby-Sieger nach dem Rennen in Berlin interviewte und „Meiki“ seinen Gefühlen sowie seiner Erleichterung freien Lauf ließ und Tränen des Glücks vergoss. Diese Bild sorgte am Samstag auf der Leinwand im Kronensaal für Gänsehaut. Michael Nimczyk bedankte sich für das große Lob, das er auch besonders von den Besitzern der Traber erhielt: „Man kann auf dem Siegerpodest stehen und sich feiern lassen, aber das alles wäre ohne unser tolles Team und einer großen Mannschaft, die dahinter steht, nicht möglich. Alle arbeiten Woche für Woche und Tag für Tag bei Wind und Wetter rund um die Uhr.“ Und sein Dank galt auch den Besitzern, die ihm und seinem Team ihre Pferde anvertrauen: „Ohne diese tollen Pferde im Stall kann ich keinen Erfolg haben.“ Sehr wichtig ist für ihn der Rückhalt seiner Familie: „Es gibt auch Tage und Wochen, wo es mal nicht so rund läuft. Aber durch eure Unterstützung haben wir alles überstanden. Ich bin sehr stolz auf euch.“ Trotz seiner erfolgreichen Karriere, die 2002 mit dem ersten Sieg auf der Bahn in Mönchengladbach begann, verliert er mit seinem großen Ehrgeiz seine Ziele nie aus den Augen. Dem Stuten-Preis soll der Derby-Sieg folgen. Dafür werden in diesem Jahr aussichtsreiche Kandidaten auf dem Kaiserhof trainiert. Auch international will er weiter für Furore sorgen, besonders in Paris, dem Mekka des Trabrennsports, wo Preisgelder in Millionenhöhe winken.

Sorgen macht sich der Champion mit dem Goldhelm um seine Heimatbahn Mönchengladbach. Auch die HVT-Präsidentin appellierte an die Verantwortlichen der Stadt, die Bahn zu erhalten. Sie bat auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes, der zu den geladenen Gäste gehörte, sich für den Erhalt der Bahn einzusetzen.