Fußball: Toni Hey: mit 37 zum dritten Mal Nationaltrainer

Fußball: Toni Hey: mit 37 zum dritten Mal Nationaltrainer

Fussball Der Sohn des pausierenden KFC-Sportdirektors Jonny Hey, Antoine Hey, ist neuer Nationaltrainer in Liberia. Für Hey junior, der regelmäßig die KFC-Spiele in der Grotenburg verfolgt, ist das Engagement auf dem „Schwarzen Kontinent“ bereits seine dritte Station als Nationaltrainer nach Lesotho und Gambia. Mit dem 37-Jährigen sprach RP-Sportredakteur Oliver Schaulandt.

Mit 37 Jahren bereits die dritte Nationaltrainerfunktion, und immer in Afrika – warum gerade dort?

Hey Eigentlich hatte ich gar nicht vor, noch einmal nach Afrika zu gehen. Aber ich habe mittlerweile viele Kontakte nach dort und habe mich sozusagen überreden lassen. Ich hatte auch noch eine Anfrage aus der Ersten Liga in Österreich, mich aber doch für Liberia entschieden.

Nun ist Liberia durch den jahrelangen Bürgerkrieg aber nicht gerade ein sicheres Land. Sehen Sie sich jetzt als eine Art Entwicklungshelfer in Sachen Fußball?

Hey Es stimmt natürlich, dass durch den Bürgerkrieg der Fußball über viele Jahre in den Hintergrund geraten ist. Liberia hat 1996 und 2002 am Afrika-Cup teilgenommen, gute Spieler wie etwa George Weah hervorgebracht. Der Bürgerkrieg hat vieles zerstört, das jetzt langsam wieder aufgebaut werden muss. Das Land will im Fußball wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Zum Beispiel die Qualifikation für den nächsten Afrika-Cup schaffen.

Hey Genau, das ist sicher ein großes Ziel. Ende Mai beginnt die erste Qualifikationsphase. Dann haben wir vier der sechs Spiele binnen vier Wochen. Unser Ziel ist, hinter dem Senegal den zweiten Platz in der Gruppe zu erreichen.

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Wohnen Sie auch in Afrika?

Hey Es wird natürlich gerne gesehen, wenn der Nationaltrainer auch im Land präsent ist. In dieser Woche fliege ich für 14 Tage hin, werde dort sicher auch das ein oder andere Spiel in der Liga verfolgen. Aber das Trainingslager zur Vorbereitung auf die Qualifikationsrunde wird in Deutschland sein.

Zuletzt waren Sie Trainer in Gambia, aber nur für ein paar Monate.

Hey Das ist für afrikanische Verhältnisse schon relativ lang. Die Bevölkerung dort will schnelle Erfolge sehen, und wenn die ausbleiben, ist immer der Trainer verantwortlich. Das ist etwa so, als ob du als Trainer zu einer Mannschaft im Abstiegskampf kommst. Außerdem gab es zuletzt Probleme mit meiner Finanzierung.

Und wann trainieren Sie erstmals eine deutsche Mannschaft?

Hey Ich bin ja erst 37 Jahre alt. Zurzeit bin ich dabei, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Das soll mir später weiterhelfen, schließlich möchte ich in den nächsten 20, 25 Jahren weiter in dem Job arbeiten – und irgendwann hoffentlich auch mal in Deutschland.

(RP)
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