Tennis Tennis-Krimi ohne Happy-End

Tennis · Bundesligist HTC Blau-Weiß Krefeld trennte sich gestern auf eigener Anlage im vorentscheidenden Duell gegen den Abstieg vom Nachbarschaftsrivalen TC Blau-Weiß Neuss nach 0:2-Rückstand mit 3:3. 800 Zuschauer erlebten teilweise dramatische Duelle.

 Der Italiener Simone Vagnozzi sorgte gestern im Heimspiel gegen Neuss für Krefelds ersten Einzelpunkt des Tages. Im Doppel musste er sich an der Seite von Pablo Galdon geschlagen geben.

Der Italiener Simone Vagnozzi sorgte gestern im Heimspiel gegen Neuss für Krefelds ersten Einzelpunkt des Tages. Im Doppel musste er sich an der Seite von Pablo Galdon geschlagen geben.

Foto: samla

Tennis Sollte das gestrige Spiel des HTC Blau-Weißen gegen den TC Blau-Weiß Neuss der für lange Zeit letzte Heimaufritt des Stadtwaldteams in der Bundesliga gewesen sein, dann wird er den 800 Zuschauern noch sehr lange in Erinnerung bleiben. Sie erlebten einen Tennis-Krimi aller erster Güte. Leider fehlte aus Sicht der Gastgeber das Happy-End. Ob das 3:3 (2:2)-Unentschieden gegen den Nachbarschaftsrivalen dem HTC im Kampf um den Klassenverbleib am Ende hilft, wird der letzte Spieltag zeigen. Wenn die Krefelder in Erfurt gewinnen und Amberg in Mannheim verliert, kann der HTC das rettende Ufer erreichen. "Wir haben heute einen tollen Tennistag mit einem sportlich gerechten Ergebnis erlebt. Die Zuschauer waren begeistert. Und wir haben noch die Chance, den Abstieg zu verhindern", sagte Teamchef Olaf Merkel nach dem letzten Ballwechsel.

Gefürchtete Aufschläge

Bei herrlichem Sonnenschein bahnte sich gleich im ersten Einzel ein Krimi an. Diego Junqueira fand zunächst nicht seine gewohnte Form und verlor gegen den Niederländer Jesse Huta-Galong den ersten Satz. Dann steigerte er sich und erreichte den Champions-Tiebreak. Dort führte er mit 3:0. Sein Gegner kam mit seinen gefürchteten Aufschlägen wieder heran und hatte das glücklichere Ende für sich. Als dann an Position vier Pablo Galdon nach gewonnenem ersten Durchgang Satz zwei mit 0:6 und auch den Champions-Tiebrek verlor, passten die aufziehenden dunklen Wolken am Stadtwaldhimmel für die Gastgeber zum Spielverlauf. Ausgerechnet Gladon, der gegen Halle noch so großartig aufgetrumpft hatte, sorgte für eine Enttäuschung. "Ich weiß auch nicht, warum er seinen Gegner so hat ins Spiel kommen lassen", meinte der HTC-Vorsitzende Hajo Ploenes. Dann schien auch Simone Vagnozzi zu verlieren. Doch der kleine Italiener packte wieder mal sein bekanntes Kämpferherz aus und setzte sich gegen den Deutschen Stefan Seifert nach Champions-Tiebreak durch. Auch Matteo Viola, der zweite Italiener im Krefelder Team, passte als Azzuri prima zu den Blau-Weißen aus der Seidenstadt und bezwang den Kroaten Antonia Veic, der vor zwei Jahren für Krefeld spielte. Die Zuschauer erlebten dabei ein tolles und in der Endphase dramatisches Match. Viola wehrte im Tiebreak des zweiten Satzes einen Satzball ab und verwandelte dann selber seinen zweiten Matchball zum Sieg. Damit waren die dunklen Wolken zwar noch nicht vertrieben, denn eine kräftige Regenschauer stoppte für kurze Zeit die beiden Doppel, aber die Krefelder konnten dank ihrer Italiener den ersehnten Sieg über Neuss noch einfahren. Die Chancen standen nicht schlecht, weil die Gäste nicht gerade mit einer tollen Doppelbilanz angereist waren. Bis gestern hatten sie an fünf von sechs Spieltagen nur einmal im Doppel punkten können. HTC-Teamchef Olaf Merkel bot im zweiten Doppel den Niederländer Antal van der Dium für Junqueira an der Seite von Viola auf. Diese Maßnahme brachte zwar den erhofften Erfolg, doch dafür musste sich das erste Krefelder Doppel geschlagen geben. So gab es am Ende eine Punkteteilung.

(RP)
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