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SV Bayer Uerdingen: Victoria Chamorro ist ein Teamplayer

Wasserball : Victoria Chamorro ist ein Teamplayer

Die Wasserballerinnen des SV Bayer Uerdingen wollen in Spandau beim Final Four-Turnier den DSV-Pokal holen. Mit den Neuzugängen Barbara Bujka und der Brasilianerin Victoria Chamorro im Tor stehen die Chancen dazu sehr gut.

Wenn die Wasserballerinnen des SV Bayer Uerdingen am 26. September beim Final Four-Turnier um den DSV-Pokal ins Wasser steigen, dann endet für sie eine siebenmonatige Pause. Das ursprünglich für April geplante Turnier in Duisburg, welches aufgrund der Corona-Pandemie verschobenen wurde, findet jetzt am letzten Septemberwochenende in Berlin statt. Dort kämpfen sowohl die Frauen als auch die Herren um den Pokaltitel. Am Samstag geht es für die Seidenstadtgirls im Halbfinale gegen Waspo 98 Hannover, das andere Spiel bestreiten Nikar Heidelberg und die Sfr. Spandau.

Dass sich das Team um Trainer George Triantafyllou große Hoffnungen auf den Pokalsieg machen darf hat vor allem zwei Gründe, denn während der langen Spielunterbrechung war man am Waldsee nicht untätig. So wurden mit Barbara Bujka und der Brasilianerin Victoria Chamorro zwei wichtige Verstärkungen geholt, die beide auf Olympia-Erfahrung zurückblicken. Bujka ist in Krefeld keine Unbekannte, ihr Vater Gabor war jahrelang Trainer bei der SV Krefeld 72, sie selber spielte einst in der Saison 2002/2003 für den SV Bayer in der Jugend. Die Deutsch-Ungarin wollte ihre ereignisreiche Laufbahn mit zahlreichen Engagements im Ausland eigentlich beenden. Dann entschied sich die zweikampfstarke Centerspielerin aber doch, ein Jahr beim SV Bayer dran zu hängen. „Barbara ist eine Spielerin, die eine Partie ganz alleine entscheiden kann“, freut sich Abteilungsleiter Rainer Hoppe über den Neuzugang.

Dass Torhüterin Victoria Chamorro ausgerechnet vom ärgsten Rivalen Spandau nach Uerdingen wechselt, hat vor allem Gründe abseits des Sports. „Ich fand das richtig toll gleich in meinem ersten Jahr hier in Deutschland drei Titel zu holen“, erzählt die 24-Jährige. Doch wichtig ist ihr auch ihr Textilstudium. Sie hat den Bachelor-Abschluss erreicht und möchte nun den Master machen. Zum anderen wechselte ihr Freund Ben Reibel, der aus der Uerdinger Jugend stammt, von Spandau zum ASC Duisburg. Und da sie bei der Hochschule Niederrhein die besten Vorrausetzungen für ihr Studium fand, ging die Brasilianerin ebenfalls mit in den Westen Deutschlands. Am Waldsee wurde Chamorro mit Kusshand aufgenommen, war sie es doch vor allem, die in den vergangenen Spielen mit Spandau durch ihre Glanzparaden die Uerdinger Werferinnen zu Verzweiflung trieb. Das sie irgendwann im Tor landete war kein Zufall. „Ich war als Neunjährige beim Synchronschwimmen und kann mich dadurch gut über Wasser halten. Außerdem war mein Vater in einer anderen Sportart Torhüter und dem wollte ich nacheifern“, sprudelt es aus ihr heraus. Dass sie beim Final Four auf ihre Ex-Kolleginnen treffen kann macht sie etwas nachdenklich: „Ich habe mit Spandau die Saison begonnen und beende sie mit Uerdingen. Das ist schon ein komisches Gefühl.“ Das wird die Torhüterin aber nicht daran hindert schon ab dem Halbfinale ihr Pokerface aufzusetzen, um die Gegner zu irritieren „Ich bin schnell und explosiv und pushe meine Vorderleute immer wieder nach vorne. Ich gehe in jedes Spiel immer mit einer positiven Energie“, erklärt sie weiter. Dass es mit Jannika Schmidt und Ronja Kerßenboom noch zwei weitere Torleute gibt, sieht sie nicht als schlimm an. „Ich bin ein Teamplayer und beim Training motivieren wir uns gegenseitig zu Höchstform“, erzählt sie lachend.