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Surfer Marco Lufen will unter die Top 20 der Welt

Freestyle-Surfen : Lufen will unter die Top 20 der Welt

Der in St. Tönis lebende Marco Lufen startete jetzt beim Freestyle-Weltcup auf Fuerteventura.

Der diesjährige Fuerteventura World Cup ist der erste PWA World Tour Stop im Freestyle Windsurfen. Mit von der Partie war auch der gebürtige Krefelder Marco Lufen, der in St. Tönis wohnt. Er feierte allerdings einen durchwachsenen Tour-Auftakt: Gleich im ersten Heat zog er sich eine Oberschenkelverletzung zu, legte anschließend jedoch eine erfolgreiche Rückrunde ein – und belegt somit den 33. Platz beim Fuerteventura World Cup.

Marco Lufen ist der beste Beweis dafür, dass man nicht unbedingt am Meer leben muss, um ein erfolgreicher Windsurfer zu werden. Wie die meisten seiner Kollegen hat der gebürtige Krefelder schon früh seine Faszination für Wind und Wasser entdeckt. Mit acht Jahren stand er zum ersten Mal auf dem Brett und ist seitdem mit dem Windsurf-Virus infiziert – spätestens, nachdem er auf der Düsseldorfer Boot ein Autogramm aufs Segel von Surferlegenenden Robby Naish erhalten hatte. Zahlreiche Wochenenden verbrachte er mit seiner Familie an der nicht allzu fernen niederländischen Küste, im Urlaub ging es dann an die verschiedensten Strände Europas. „Ich weiß noch, dass mein Vater extra in den Baumarkt gefahren ist, um ein 100 Meter langes Seil zu kaufen, weil ich immer fahren wollte, aber noch nicht wenden konnte“, erzählt der 24-Jährige. „So konnte ich Hundert Meter weit rausfahren, und mein Vater hat mich anschließend wieder zurück an den Strand gezogen.“

Seit 2013 surft der 24-Jährige mit den wuscheligen Haaren die PWA Weltmeisterschaftstour in der Freestyle Disziplin mit. Die Freestyle Disziplin zeichnet sich durch spektakuläre und hohe Sprünge auf flachem Wasser aus. Freestyle-Surfer nutzen das ganze Board für ihre Tricks und kombinieren komplizierte Drehungen und Rotationen mit akrobatischen Sprüngen und Manövern. Die Trick-Palette der Freestyler ist wesentlich umfangreicher als die der Waverider. Es werden immer wieder neue Manöver kreiert und ins Wettkampfrepertoire aufgenommen. Bewertet werden Vielseitigkeit der gezeigten Manöver, die technische Schwierigkeit der Ausführungen und der Style der gesamten Performance. Fünf Schiedsrichter bewerten die jeweilige Leistung der Sportler, die in einem K.o-System direkt gegeneinander antreten. Nur der Surfer mit den am besten ausgeführten Tricks kommt weiter. So wird in einer Hin- und Rückrunde der Sieger des Wettbewerbs ermittelt.

 Marco Lufen beim Weltcup vor Fuerteventura.
Marco Lufen beim Weltcup vor Fuerteventura. Foto: Tom Brendt

Wie er vom Tönisvorster Hobbysurfer zum Weltcup-Surfer wurde? „Als ich mein Abitur hatte, habe ich gearbeitet und Geld auf die Seite gelegt. Und dann habe ich mir ein Jahr Zeit gegeben und überall auf der Welt trainiert. In Brasilien, Australien, Südafrika und den Niederländischen Antillen. Und ich habe die Locations, an denen Worldcups ausgetragen werden, besucht. Irgendwann durfte ich dann starten“, erzählt Marco Lufen.

 Waghalsige Manöver gehören beim Freestyle dazu.
Waghalsige Manöver gehören beim Freestyle dazu. Foto: Tom Brendt

Der junge Krefelder verbrachte den Winter hauptsächlich vor dem Computer, da er einen Monat zuvor seine Masterarbeit in Management und Marketing beendete. Jetzt steht er vor der Entscheidung: Berufliche Laufbahn oder Profisurfer. Da der Fuerteventura World Cup in diesem Jahr der erste von zwei Wettkämpfen der PWA Windsurf Freestyle Tour ist, macht das hier erreichte Ergebnis die Hälfte der Gesamtwertung auf der Weltrangliste aus. Im vergangenen Jahr belegte er den 21. Platz, sein Ziel für 2018 ist eine Wertung in den Top 20. Seine bislang beste Platzierung stammt aus dem Jahr 2017, als er zwischenzeitlich mal auf dem 17. Platz in der Rangliste lag.