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Stützle nach dem ersten Training in Ottawa: „Ich war am Anfang nervös“

Eishockey : Stützle nach dem ersten Training in Ottawa: „Ich war am Anfang nervös“

Der 18-jährige Stürmer aus der Talentschmiede des Krefelder EV ist nach einer Woche Quarantäne im Trainingscamp des NHL-Klubs eingetroffen und könnte bereits am Donnerstag sein Debüt für die „Sens“ feiern.

(lus) Es war schon beeindruckend, wie professionell Tim Stützle am Sonntagmittag nach seinem ersten Training mit dem Team der Ottawa Senators den Journalisten und vor laufender Kamera des Sportsenders TSN in sehr gutem Englisch Rede und Antwort stand. Durch Stützle und die anderen Neuzugänge der „Sens“, wie das Team kurz genannt wird, ist bei den Medien und Fans nach einer langen Durststrecke wieder eine Art Aufbruchsstimmung entstanden.

„Ein unglaublicher Tag“, beschrieb der Vorster aus der Talentschmiede des Krefelder EV seinen ersten Tag als NHL-Spieler. Er gab zu, dass er schon nervös gewesen sei. „Mit den NHL-Kollegen auf dem Eis zu sein, war für mich auf jeden Fall sehr aufregend. Aber die Jungs haben alles getan, um mir die Aufregung zu nehmen. Ich fühlte mich mit ihnen auf dem Eis sehr wohl“, sagte er mit einem Lächeln.

Der in Kanada vielbeachtete Rookie musste auf Drängen von Außenstürmer Brady Tkachuk nicht wie üblich als Letzter aller Spieler zum ersten Training das Eis betreten, sondern irgendwo in der Mitte. Stützle spielte dann mit Evgenii Dadonov und Center Derek Stepan als linker Außenstürmer in einer Reihe. Stepan gab ebenfalls sein Debüt im Trainingslager, nachdem er die vergangene Woche im selben Hotel wie Stützle in Quarantäne verbrachte. Der 30-jährige Amerikaner, der zuletzt für die Arizona Coyotes spielte, war am zweiten Weihnachtstag von Ottawa verpflichtet worden und traf aufgrund der Geburt seines dritten Kindes verspätet ein.

Stützle und Stepan lernten sich im Hotel kennen. Der Routinier, der bereits seit elf Jahren in der NHL spielt, wurde eine Art Berater für den Youngster vom Niederrhein. Daher schickte Cheftrainer DJ Smith die beiden Stürmer auch in einer Reihe aufs Eis. „Ich habe ihn ein wenig kennengelernt. Er ist ein guter Junge. Ich habe mit meiner Frau gescherzt, weil wir drei kleine Kinder zu Hause und jetzt noch einen 18-jährigen Deutschen adoptiert haben.“

Stützle freute sich bei seiner Vorbereitung auf das Trainings-Camp über die Unterstützung des Ehepaares: „Wir haben uns im Hotel bei den gemeinsamen Workouts kennengelernt. Derek ist ein großartiger Mentor und hat mir während der Quarantäne sehr geholfen“, sagte der Spieler mit der Trikot-Nummer 18.

Seit Jason Spezza 2001 von Ottawa an zweiter Stelle des NHL-Draft gezogen wurde, war die Euphorie in der kanadischen Hauptstadt nicht mehr so groß. Stützle scheint bereit zu sein, dieser Euphorie gerecht zu werden: „Das ehrt mich natürlich. Aber zuerst muss ich mich hier auf diesem Niveau beweisen. Das ist mein Ziel. Ich hoffe, ich werde ein gutes Trainingslager haben, mich schnell an die Spielweise gewöhnen und dann mit Ottawa eine gute Saison spielen.“ Gut möglich, dass er am Donnerstag, dann wird er 19 Jahre alt, bereits im ersten Meisterschaftsspiel gegen Toronto einer von den zwölf Stürmern der „Sens“ ist.