Lokalsport: Stefan Krämer: "Das bringen wir zu Ende

Lokalsport : Stefan Krämer: "Das bringen wir zu Ende

Der Trainer des Fußball-Regionalligisten KFC Uerdingen steckt vor dem "Endspiel" um die Meisterschaft beim SC Wiedenbrück voller Vorfreude und Zuversicht. Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor problematisch.

Schon schlimm genug, dass ein Regionalliga-Meister nicht direkt aufsteigen kann. Jetzt kommt noch hinzu, dass zwei Teams aus dieser Liga in der Relegation nicht in der Grotenburg antreten können. Denn sollte der KFC Uerdingen morgen im Auswärtsspiel beim SC Wiedenbrück den Platz an der Sonne behaupten, findet das Aufstiegs-Hinspiel am 24. Mai nicht in Krefeld statt. Für mehr Frust im Lager der Uerdinger hätten die Entscheidungsträger beim Deutschen Fußball-Bund nicht sorgen können. Was werden sich diese Leute, die wahrscheinlich noch nie Meister waren oder gar noch nie Fußball gespielt haben, demnächst noch alles ausdenken, um ihre Arbeitszeit auf dem Schreibtischstuhl zu nutzen.

"Es ist sich schon zurecht extrem darüber aufgeregt worden. Aber wir können die Regeln nicht kurzfristig ändern. Wir befassen uns nur mit den Dingen, die wir selber regeln können", sagte Stefan Krämer gestern. Der Trainer lässt sich dadurch auch nicht die Vorfreude auf den morgigen Tag der ersten Entscheidung nehmen: "Wir freuen uns. Bei mir ist das so wie vor Weihnachten, als ich noch klein war. Da konnte ich es auch nicht abwarten, bis es die Geschenke gab." Er fiebere dem Spiel entgegen: "Und die Mannschaft auch. Es herrscht Freude pur. Ich habe den Spielern von Anfang an gesagt, dass ich es für realistisch halte, Meister zu werden und wir am letzten Spieltag ein Endspiel haben." Dass zuerst Punkte aufgeholt und dann verteidigt werden mussten, habe sein Team "unfassbar gut" hinbekommen: "Dieses Endspiel haben wir uns verdient." Es sei nicht selbstverständlich, dass eine Mannschaft aus einer vierten Liga in so einer Situation neun Mal in Folge gewinnt, wenn sie unbedingt gewinnen muss. "Diesem Druck standzuhalten und keine Federn zu lassen, das ist eine Leistung, die ich gar nicht genug anrechnen kann. Daher bin ich unheimlich stolz auf meine Mannschaft. Das ist ein verschworener Haufen. Und das bringen wir nun am Sonntag zu Ende. Da bin ich mir ganz sicher, auch wenn es erst in der 88. Minute ist."

Ausgerechnet in Wiedenbrück, wo die äußeren Bedingungen für dieses Spiel sicher noch ungünstiger sind als für ein Relegationsspiel in der Grotenburg, findet der Showdown statt. Dazu kommt erschwerend hinzu, dass es für die Hausherren noch um einen Platz im DFB-Pokal geht. "Ich finde es gut, wenn es auch für den Gegner noch um etwas geht. Ich bin ein Fan vom richtigen Fußball, bei dem es für beide Teams noch um etwas geht", sagte der Trainer. Nichtsdestotrotz sei das Duell nicht mit einem Duell am 24. Spieltag zu vergleichen: "Das ist eine besondere Herausforderung. Das Ding zwischen den beiden Ohren entscheidet. Ganz oft gewinnt dabei die Mannschaft, die den Kopf am besten sortiert hat." Davor hat Tanju Öztürk, einer der herausragenden Kräfte des Teams, keine Angst: "Wir Fußballer sind für solche Spiele geboren. Wir können den Kopf so ordnen, dass wir auch das zehnte Spiel in Folge gewinnen, um das Ziel zu erreichen. Wir gewinnen Sonntag das Ding. Dann haben wir zwei Aufstiegsspiele und hauen Mannheim weg."

Trainer Krämer erwartet in Wiederbrück einen heißen Tanz: "Ich habe dort schon mit Armina oft im Pokal gespielt. Die Zuschauer sind in diesem Stadion eng am Spielfeldrand. Das ist ein Hexenkessel, wenn die Bude voll ist, und das ist sie am Sonntag." Dem Gegner zollt er eine Menge Respekt: "Das ist ein gutes Team, das zurecht weit vorne steht und nach Ballgewinn sehr gefährlich und körperlich robust ist."

(RP)
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