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Sportgericht reduziert drastische Strafen nur minimal

Fußball : Sportgericht reduziert drastische Strafen nur minimal

Der Fall hatte überregional Aufsehen erregt, weil die ausgesprochenen Strafen drastisch waren. Jetzt fand vor dem Sportgericht die Berufungsverhandlung statt, in der das Strafmaß mal halbiert, mal nur minimal gesenkt wurde.

Im Meisterschaftsspiel der Fußball-Kreisliga C zwischen dem VfB Uerdingen II und der zweiten Mannschaft des FC Traar flogen am 27. September 2020 die Fäuste. Auf der Sportanlage am Rundweg in Krefeld-Uerdingen waren an diesem Sonntag noch zwei Minuten zu spielen, als hinter dem Rücken des Schiedsrichters Hasan Alkhafaji  (Bayer Uerdingen) die Spieler Ibrahim B. (VfB Uerdingen) und Ahmet A. (damals Traar) zunächst verbal aneinander gerieten. Dann wurden auch Schläge ausgeteilt und die Beteiligten gingen zu Boden. Es soll auch Blut geflossen sein. Der Uerdinger Spielführer Sercan B. griff auch ins Geschehen ein und es folgte eine Rudelbildung.

Der Schiedsrichter zeigte den drei Streithähnen jeweils die rote Karte und stellte sie vom Platz. Ein Traarer Spieler musste mit Gelb/Rot runter, weil er sich nach vorheriger Verwarnung des Trikots entledigt hatte, was aber mit der vorangegangenen Szene nichts zu tun hatte. Nach gut vier Minuten setzte der Unparteiische die Partie fort, die nach 90 Minuten und einer sechsminütigen Nachspielzeit 2:2 endete.

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Am 8. Oktober 2020 sprach das Sportgericht des Fußballkreises Kempen-Krefeld unter dem Vorsitzenden Reiner Hohn (TSV Bockum) an Hand der Faktenlage folgendes Urteil: Alle drei Spieler wurden für jeweils 48 Meisterschaftsspiele gesperrt, weil sie sich heftig geprügelt haben und dabei Blut geflossen ist. Der FC Traar akzeptierte das Urteil und teilte mit, dass  er den Spieler danach aus dem Verein ausschließen wolle. Er hat sich inzwischen abgemeldet und ist zum OSV Meerbusch gewechselt.

Der VfB Uerdingen legte gegen die Sperren Berufung ein und so kam es am 2. August 2021 in Nettetal-Lobberich zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Bezirkssportgericht. Wegen Corona konnte der Termin erst jetzt stattfinden.

Das Sportgericht unter Leitung des Vorsitzenden Guido Sonnenschein (SC Schiefbahn) und den Beisitzern Dustin Dawirs (Garather SV), Adam Schneider (Grevenbroich-Süd) und Günther Stratmann (Union Solingen) vernahm den Schiedsrichter, den Spieler Sercan B., zwei Zeugen vom VFB Uerdingen und einen Zeugen vom FC Traar. Nach gut 45minütiger Beratung kam das Gericht zu folgendem Urteil gegen die beschuldigten Spieler des VfB Uerdingen: Der Spieler Ibrahim B., der der Verhandlung aus beruflichen Gründen fernblieb, erhält eine Sperre von 46 Spielen und der Spieler Sercan B. wird für 24 Spiele gesperrt.

Die Sportrichter sahen es als erwiesen, an dass die Spieler Ibrahim B. und Ahmet A. provoziert und geschlagen haben und es auch vom Spieler Sercan B. einen tätlichen Angriff gab und er auch seiner Vorbildfunktion als Spielführer nicht nachgekommen ist.