1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Simon hat die Krefeld Ravens im Herzen

American Football : Simon hat die Ravens im Herzen

Er lebt in Bayern, schlägt Angebote hochklassiger Vereine aus und spielt in der Football-Verbandsliga.

Als vor gut einem Jahr Cedric Simon zu den Ravens wechselte, war er einer von vielen Neuzugängen. Doch für den 20 Jahre alten Abwehrspieler in der Position des Defensive Backs, dessen vordringliche Aufgabe es ist, gegen gegnerische Pässe zu verteidigen, war es ein besonderer Wechsel. „Für mich war es etwas Spezielles, für die Ravens aufzulaufen. Schließlich bin ich in Krefeld geboren, auch wenn ich zwischenzeitlich in Kempen lebte“, erzählt Simon. In der Jugend spielte er in Düsseldorf, wechselte dann zunächst nach Schiefbahn. „Ich habe dann viel Gutes von den Ravens gehört und bin hier mal zum Training gegangen, um es mir anzuschauen. Und ich war sofort infiziert“, erzählt der Auszubildende, der zum Leistungsträger aufstieg. „Cedrik hat früh eine entscheidende Rolle eingenommen und ist ein Schlüsselspieler für uns. Dass er zunächst fehlen wird, tut uns weh, auch wenn wir einen sehr guten Kader haben“, sagt Dino Volpe, der sportliche Leiter der Ravens.

Fehlen wird Simon, weil er aufgrund seiner Ausbildung zunächst in Bamberg lebt. „Für dieses Jahr bin ich in jedem Fall dort. Möglicherweise kann ich im kommenden Jahr dann schon in der Nähe die Ausbildung weiterführen“, erzählt der junge Leistungsträger. Den Ravens kehrt er deshalb nicht den Rücken. „Cedrik hatte viele Angebote von höherklassigen Teams. Sowohl aus der Bamberger Gegend, als auch aus NRW. Aber er hat uns schnell signalisiert: Ich bin ein Raven, ich werde ein Teil des Teams bleiben“, berichtet Volpe.

Was den Ravens-Macher sehr freut, stand für den Spieler nie in Frage. „Ich habe in Düsseldorf gespielt, das war erste Liga. Dort war die Organisation aber nicht annähernd so gut wie hier. Und auch der Teamgeist war nicht einmal ähnlich. Was hier entstanden ist, ist etwas ganz Besonderes“, sagt Simon. Und so wird er sich im kommenden Jahr fit halten und bereit stehen, wenn er gebraucht wird. „Zu den Spielen anzureisen, wäre kein Problem. Aber ich kann nicht beim Training sein, und eine Menge sehr guter Jungs trainieren regelmäßig. Sie werden dann auch spielen, das ist selbstverständlich. Aber wenn ich gebraucht werde bin ich auf jeden Fall da, das Playbook lerne ich ebenfalls“, zeigt er auch Teamgeist.

Doch obschon er weiß, dass er vermutlich in der anstehenden Saison, selbst wenn sie nicht dem Corona-Virus zum Opfer fallen sollte, vermutlich nicht zum Einsatz kommen wird: An seiner Entscheidung ändert das nichts. „Ich glaube nicht, dass ich noch einmal für ein anderes Team spielen werde“, sagt er.

Die Absagen an andere Vereine hätten unterschiedliche Reaktionen hervorgebracht. „Einige Verantwortliche fühlten sich wohl etwas in ihrer Ehre verletzt und haben nicht wirklich Verständnis signalisiert. Andere haben aber auch großen Respekt geäußert. Im Football ist es äußerst selten, dass sich Spieler fest zu einem Team bekennen. Dafür ist die Szene in Deutschland einfach noch zu klein und oft ist der Wechsel die einzige Chance, weiter zu kommen“, erzählt er.

Mit dem Team steht er in engem Kontakt. „Mit Simon Hakes und Fabian Scheuschner bin ich gut befreundet und wir telefonieren und schreiben sehr regelmäßig. Aber auch mit vielen anderen rede und schreibe ich sehr oft“, sagt er. So bleibt er auch weiterhin ein Teil der Mannschaft, wenn auch zumeist in gut 450 Kilometer Entfernung. Die Hoffnung ist, dass er 2021 wieder vor Ort ist und dann auch voll angreifen kann. Denn: „Ich will mit diesem Team etwas aufbauen, wir wollen durch die Ligen marschieren und etwas erreichen. Es ist einfach toll, was hier aufgezogen wird und davon will ich ein Teil sein und auch bleiben.“