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Segeln: Beim SK Bayer Uerdingen lernen Kinder online

Segeln : Beim SK Bayer Uerdingen lernen Kinder online

Obwohl beim Segelklub noch kein großer Sportbetrieb herrscht, muss der Vereine bei den Kursen schon improvisieren.

Frank Suchanek weiß derzeit nicht, ob er lachen oder weinen soll. Der Segelklub Bayer Uerdingen, den er als Vorsitzender leitet, befindet sich ja quasi noch im Winterschlaf. „Natürlich haben wir auch sportliche Aktivitäten in der kalten Jahreszeit, wir  haben aber sowohl unsere Kurse als auch das Training im Leistungssport vorerst abgesagt“, erklärt Suchanek mit dem Hinweis, dass der Sportbetrieb im Verein momentan nur notdürftig läuft und eigentlich erst Mitte April richtig losgeht. Die Schutzmaßnahmen treffen den Vereins also nicht ganz so kräftig wie andere Vereine, zumal auf dem Wasser wenig passieren dürfte, da der Abstand zum Gegenüber groß genug ist.

Auch die Ehrungen des Deutschen Seglerverbandes (DSV), für die die Uerdinger mehrmals nominiert wurden, fielen dem Coronavirus zum Opfer. Eine Goldmedaille gab es in der Kategorie See für Waltraud Degenhard, Thomas Saueressig und Carsten Müller. See-Silber erhielten Barbara Novak und Karsten Idel. Mit Silber-Küste wurden die Duos Frank Suchanek/Maurice Canestrine, Arne Hillerkus/Sascha Hevelke und Carsten Bennewitz/Markus Boecker ausgezeichnet.

„Die Fahrtenseglerehrung der Kreuzerabteilung des DSV ist eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahr. Am bundesweit ausgetragenen Wettbewerb nehmen über 100 engagierte Seglerinnen und Segler teil. Die Medaillen für die besten Törns in den Gebieten See und Küste sind begehrt. Die Skipperinnen und Skipper reichen zur Teilnahme am Wettbewerb umfangreiche Unterlagen, Logbücher, Törnberichte und Wetterbeobachtungen ein. Wir haben stattdessen per Post die Urkunden und Medaillen bekommen“, erklärt Pressesprecherin Kristiane Helmhold. Die Ehrungen wurden im engsten Kreis innerhalb des Vereins vorgenommen.

Doch nicht nur hier mussten die Segler improvisieren. So wurden die Kurse der Opti-Boote für Kinder kurzerhand auf Online umgestellt, obwohl die Prüfungen dafür Ende März erst einmal nicht stattfinden und auf unbestimmte Zeit verschoben wurden. „Es gibt auch welche, die ihre Fahrscheine verlängern müssten, die Fristen dafür wurden aber erst einmal ausgesetzt. Der DSV hat da schnell und unbürokratisch reagiert. Es wird abgewartet, wie es nun weiter läuft“, sagt Suchanek. Dem ganzen Umstand gewinnt er aber auch etwas Positives ab: „Die Onlinekurse laufen zur gleichen Uhrzeit wie die normalen Kurse ab. Ich habe festgestellt, dass die Kinder intensiver und konzentrierter bei der Sache sind. Einige Eltern, die sonst nichts mit Segeln am Hut haben, machen dabei sogar mit. Das hätte ich nicht erwartet.“ So gesehen bleibt beim Verein über das Internet der Kontakt zu den Mitgliedern bestehen.

Doch es gibt auch nicht so gute Nachrichten. „Wir haben zwei Yachten, die in den Niederlanden und auf Mallorca vor Anker liegen. Die Liegeplatzgebühren sind nicht gerade gering und wir kommen momentan nicht an unsere Boote“, sagt Suchanek. Er hofft, dass sich der Sportbetrieb im Segeln bis Mitte April wieder normalisiert und dann die großen Boote auch wieder genutzt werden können, um in diesem Jahr über die Meere zu segeln.