Lokalsport: Schule und Sport sind schwer zu vereinbaren

Lokalsport : Schule und Sport sind schwer zu vereinbaren

Ein Stelldichein der Talente war das Covestro Schwimmfest beim SV Bayer Uerdingen. Über 3.300 Starts von gut 600 Athleten sahen die Besucher der Schwimmhalle am Waldsee. Dabei mussten die Veranstalter bei der zweiten Auflage des Wettkampfes sogar fast 1500 Starts absagen. "Die Meldungen haben wir nach dem Motto 'wer zuerst kommt, malt zuerst' entschieden. Wer später gemeldet hat, den mussten wir, unabhängig von der Klasse, ablehnen", berichtet der Vorsitzende Heinz Pudleiner.

Zwei Krefelderinnen, die von ihrem Trainer Klaas Fokken zu den größten Talenten auf ihren Strecken gezählt werden, waren am Start. Beide sorgten unlängst auch bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften für Furore und werden auch ab dem 29. Mai in Berlin wieder bei den Titelkämpfen antreten.

600 Athleten waren in der Halle am Waldsee am Start. Foto: Mocnik

Zum einen ist da die 17 Jahre alte Emilie Boll. Die Spezialistin auf den kurzen Brust-Strecken ist amtierende deutsche Vizemeisterin über die 50 Meter. "Ich schwimme, seit ich denken kann", sagt die Schülerin des Moltke-Gymnasiums. Schule und Sport zu vereinen sei dabei alles andere als leicht. "Viermal die Woche habe ich bis vier Uhr Schule. Danach muss ich dann zum Training. Das ist schon herausfordernd, ich mache jetzt Abitur, das wird schwierig", erzählt sie.

Natürlich träumt sie als eine der besten Schwimmerinnen ihres Jahrgangs auch den ganz großen Traum von Olympischen Spielen, hat aber realistische Ziele: "Ich möchte mal bei offenen Deutschen Meisterschaften in den Endlauf kommen." Allerdings will sie sich dabei auf die längere 100-Meter-Brust-Strecke konzentrieren. "Denn die ist olympisch."

Lynn Henke ist erst 15 Jahre jung. Auch sie wird von Fokken trainiert und kam in den vergangenen beiden Jahren über 100 und 200 Meter Brust bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften jeweils in den Endlauf. "Alle vier Male hatte ich die drittbeste Vorlaufzeit und wurde viermal um wenige Hundertstel Vierte. Das will ich in diesem Jahr besser machen. Ich will unbedingt auf's Treppchen", sagt sie. Mit der Schule hat sie weniger Probleme als ihre ältere Vereinskameradin. "Ich bin auf der Marienschule und da werde ich voll unterstützt. Die Sportstunden werden immer auf Randstunden gelegt und ich kann zum Training gehen. Für die Sportnote muss ich nur einen Bericht abgeben", berichtet sie. Seit Jahren ist die Note Eins dabei sicher. Sie wurde beim Schwimmfest je zweimal Erste und Zweite. Boll holte zwei erste, drei dritte und einen vierten Platz. Bei den Jahrgangsmeisterschaften soll es ähnlich laufen.

(RP)
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