Fußball: Salonen: "Ich komme wieder"

Fußball: Salonen: "Ich komme wieder"

Der finnische Angreifer des KFC, Tuukka Salonen, fällt monatelang mit einem Kreuzbandriss aus. Der 31-Jährige will aber alles daran setzen, noch einmal für die Blau-Roten aufzulaufen. Der Club will ihn dabei unterstützen.

Die Diagnose war niederschmetternd: Kreuzbandriss. Das bedeutet für viele Sportler häufig das Ende ihrer Karriere, zumindest aber eine monatelange Zeit im Krankenhaus und der Reha. Und bedeutet ebenso lange Ungewissheit: Wird das Knie jemals wieder halten? Werde ich jemals wieder Fußball spielen können? Vor allem, wenn die verletzten Kicker die Altersgrenze von 30 Jahren überschritten, ihren Körper jahrelang extrem gefordert haben.

Tuukka Salonen ist mittlerweile 31. Der Stürmer des KFC Uerdingen hat sich in der vorgezogenen Partie gegen den 1. FC Köln II einen Riss des vorderen Kreuzbandes zugezogen — aber den Mut nicht verloren: "Ich stehe in der nächsten Saison wieder auf dem Platz", verspricht der Publikumsliebling, der der zweite Finne in Diensten der Blau-Roten nach Seppo Pyykkö (Saison 80/81) ist.

Gestern gab es endgültige Gewissheit bei der Nachuntersuchung: Das Band ist durch, Salonen bemüht sich bereits um einen möglichst raschen OP-Termin in einer Krefelder Klinik. "Andere Sportler haben so eine Verletzung auch schon überstanden. Die Ärzte sind optimistisch, dass ich das auch schaffe", sagt er und macht das, was er trotz seiner Leidensgeschichte in Uerdingen so häufig und gerne macht: Er lacht.

Das hat er vermutlich auch schon wieder am Sonntag gemacht, als die komplette KFC-Truppe unmittelbar nach dem 3:1-Sieg gegen Straelen mit dem Mannschaftsbus bei ihm vor der Haustür vorfuhr, um gute Besserung zu wünschen — das macht Mut: "Eine tolle Geste von den Jungs."

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In der Tat gab es in seinem Leben sicher bessere Zeiten als jene, in denen der Finne bei den Blau-Roten unter Vertrag stand. In der vorigen Saison war der 1,80 Meter große Mittelstürmer, der seine Karriere bei TPS Turku im Land der tausend Seen begann, gerade vom Chemnitzer FC nach Krefeld gewechselt, wo seine kanadischstämmige Frau Sarah kurze Zeit später ihr gemeinsames zweites Kind zur Welt brachte.

"Der bewegt sich gut, der weiß, wohin er laufen muss", hatte sein damaliger Trainer Jürgen Luginger bereits nach zwei Einsätzen in Testspielen über ihn geurteilt. Doch dann stoppte ihn eine schmerzhafte Verletzung: Beim Versuch, im Training einen Zaun zu überspringen, blieb er mit einem Ring hängen und riss sich einen Teil des Fingers ab — und fortan lief er seiner Form hinterher. Er schoss weniger Tore, unter Aleksandar Ristic spielte er gar als Sechser vor der Abwehr. Erst zuletzt unter Klaus Berge fand er den Torriecher wieder, traf zum Beispiel doppelt gegen Homberg.

Auch der KFC weiß seinen Angreifer zu schätzen, nicht nur, weil er eine der Schlüsselfiguren im Bergeschen Spielsystem einnimmt. "Der KFC wird Tuukka nicht hängen lassen. Wir werden versuchen, ihm im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen", versprach Geschäftsführer Jürgen Werthenbach gestern auf RP-Anfrage. Erste Gespräche über seine Zukunft bei den Blau-Roten seien zumindest Vorstandsintern bereits geführt worden. Wie ernst Werthenbachs Worte zu nehmen sind, wird sich vermutlich schon bald zeigen: Salonens Vertrag in Uerdingen läuft zum 30. Juni aus. . .

(RP)
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