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Riesenärger beim Radrennen in Krefeld

Radsport : Riesenärger um 19 Falschparker

Retour le Tour beginnt mit einer Stunde Verspätung. Die Favoriten setzen sich am Ende durch: Arndt gewinnt vor Sieberg und Zabel.

Das Radrennen „Retour le Tour“ in der Innenstadt hat bei seiner zweiten Auflage gezeigt, was bei den Krefeldern ankommt: Eine Mischung aus Unterhaltung gepaart mit Breiten- und Leistungssport. Spätestens beim Hauptrennen der Elitefahrer war der Bereich rund um das Ziel sehr gut gefüllt. Und das Publikum wurde nicht enttäuscht, zeigten doch vor allem die im Vorfeld hochgelobten Tourfahrer, für die es immerzu Applaus gab, das es auch bei kleinen Rundkursen wie in Krefeld spannend zugehen kann. In einem packenden Finish setzte sich der taktisch clever agierende Nikias Arndt bei einbrechender Dunkelheit knapp vor Philipp Mamos durch. Dritter wurde Vorjahressieger Rick Zabel, der als Erster der Verfolgergruppe über die Ziellinie fuhr.

Bevor jedoch die Fahrer in die Pedalen treten durften, war bei den Verantwortlichen sehr viel Schweiß geflossen. Dieser war aber nicht nur durch das heiße Wetter hervorgerufen worden, sondern auch durch viel zu viele Falschparker auf der Rennstrecke, die ab 13 Uhr mit Gittern abgesperrt worden war. „Ich habe um 14 Uhr erstmals die Polizei angerufen. Die haben mich an die Stadt verwiesen. Das hat dann alles gedauert“, berichtete Tobias Stümges, der nicht nur als Mitorganisator, sondern auch Sportlicher Leiter der Veranstaltung die Verantwortung trug.

Unverständnis zeigte auch Jürgen Schnee, dem die Verkehrstechnische Leitung oblag: „Wir haben gut zwei Wochen vorher die Schilder mit dem Halteverbot aufgestellt, da sollte schon rechtzeitig bekannt sein, das am 3. August ein Radrennen stattfindet.“ Insgesamt waren es 19 Autos, die störten. Einige Fahrzeuge wurden noch von den Haltern, die ermittelt werden konnten, entfernt. In der Dionysiusstraße wurden kurzerhand teilweise die Absperrgitter vor die geparkten Autos gezogen, um die Strecke frei zu bekommen. Nachdem das letzte Auto, das störte, am Start- und Zielbereich dann auch endlich abgeschleppt worden war, konnte der erste Startschuss mit einstündiger Verspätung erfolgen.

Mit den Rennen der Junioren U19 und Senioren, die auch wie die folgenden Kategorien jeweils um einige Runden verkürzt wurden, ging es dann unter Applaus der Zuschauer los. Bei den Junioren konnten dann gleich zwei Lokalmatadoren gefeiert werden. Der für den VfR Büttgen startende Krefelder Carlo Verwiebe gewann vor Erik Vranken (Staubwolke Fischeln), der in diesem Jahr wiederum schon beim Breetlook-Rennen in Hüls erfolgreich war.

Für die Radsportfans, die sich auf dem Dionysiusplatz tummelten, gab es nicht nur eine Liveübertragung von der Strecke an der Breitestraße auf einer Multivisionswand zu sehen, auch die Ehrungen der Sieger, die Vorstellung der Profis sowie ein musikalisches Rahmenprogramm sorgten für gute Unterhaltung.

Die Profifahrer machten sich erstmals beim Dernyrennen ein Bild vom Krefelder Rundkurs. Vor allem der Bereich Breitestraße machte mit seinen Unebenheiten den Eindruck, als befänden sich die Fahrer beim Rad-Klassiker Paris-Roubaix. Dass die Krefelder Sebastian Breuer, Jörg Mölls, Clemens Schmidt und Jakob Wämser zunächst an der Spitze mitmischten, freute die Zuschauer, am Ende setzten sich aber die Tourfahrer durch: Nikias Arndt, der damit seinen Titel verteidigte, siegte vor Marcel Sieberg und Rick Zabel.