Lokalsport: Rick Adduono: "Ich bin ein Krefelder"

Lokalsport : Rick Adduono: "Ich bin ein Krefelder"

Morgen vor fünf Jahren stand der 59-jährige Kanadier erstmals als Trainer der Pinguine auf dem Eis. Sein Vertrag läuft am Ende der laufenden Saison aus. Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Schulz plant zwei weitere Jahre mit dem Coach

Als die Verantwortlichen der Krefeld Pinguine sich Ende November 2009 von Trainer Martin Jiranek trennten, wurde über dessen Nachfolger heftig diskutiert. Der Name Rick Adduono fiel dabei nicht. Umso überraschender war es damals, dass der heute 59-jährige Kanadier acht Tage später als neuer Coach präsentiert wurde. Gestern vor fünf Jahren unterschrieb er seinen Vertrag. Zwei Tage später, am 11. Dezember 2009, leitete er zum ersten Mal das Training der Pinguine. Mittlerweile ist er nicht nur der dienstälteste DEL-Trainer Krefelds, sondern auch der gesamten Liga. Als die RP ihm gestern zum fünfjährigen Dienstjubiläum gratulierte, war er ziemlich überrascht: "Darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Stimmt aber. Am 9. Dezember habe ich den Vertrag unterschrieben."

An seinen ersten Kontakt mit den Pinguinen kann er sich noch gut erinnern: "Damals hat mich mein Agent vom Angebot der Krefelder informiert. Da war ich überrascht und skeptisch zugleich. Denn während meiner Zeit in Iserlohn wurde mir mal erzählt, dass die Organisation in Krefeld nicht so gut sei." Ein Gespräch mit Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Schulz habe dann den Ausschlag für die Vertragsunterschrift gegeben: "Ich weiß es noch genau. Als er mich anrief, schaute ich mir gerade im Fernsehen das NHL-Spiel zwischen Detroit und Anaheim an. Wir haben am Telefon nur über Hockey gesprochen. Herr Schulz konnte mich davon überzeugen, dass ich für Krefeld ein geeigneter Coach bin."

Gestern blickte Rick Adduono im Gespräch mit unserer Zeitung auf seine fünf Jahre bei den Pinguinen zurück: "Das waren fantastische fünf Jahre. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Aber das gehört zum Sport. Wenn das nicht so wäre, könnte man nicht besser werden. Mein Ziel ist es, als Person und Trainer immer besser zu werden sowie die Spieler besser zu machen. Dafür arbeiten alle bei den Pinguinen jeden Tag sehr hart."

Stolz kann Adduono auf seine Erfolge mit der Mannschaft sein. Selten wurden die Pinguine unter seiner Regie im Sommer zu den Play-off-Kandidaten gezählt. Seit seiner ersten kompletten Saison (2010/11) in Krefeld verpasste das Team nur einmal die Play-offs. Zweimal wurde sogar das Halbfinale erreicht. Auch als Mensch ist er für Krefeld ein echter Gewinn. Mit seiner sympathischen, ehrlichen und lockeren Art, hat er auch am Rande der Bande die Herzen der Fans erobert."

Am Ende dieser Saison läuft sein Vertrag in Krefeld aus. "Ich bin ein Krefelder. Ich würde sehr gerne bleiben. Die Herausforderung, mit einem Überraschungsteam Meister zu werden, ist sehr groß. Jeder Trainer wünscht sich natürlich, dass er mal ein so starkes Team trainieren kann, das ein Titelfavorit ist. Ich akzeptiere die Bedingungen in Krefeld. Ich weiß, wie schwer es Herr Schulz und die anderen Eigentümer haben, DEL-Eishockey zu erhalten", sagt Adduono, der im Januar 60 Jahre alt wird. Zu alt fühlt er sich für den Job nicht: "Ich überprüfe mich immer selber. Nur Trainer mit viel Erfahrung können erfolgreich sein. Ich werde versuchen, so lange wie ich gesund bin im Eishockey tätig zu sein. Ich kann mir auch vorstellen, im Management zu arbeiten."

Konkrete Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung wurden laut Adduono noch nicht geführt: "Wir müssen erstmal sehen, ob es weitergeht. Ich weiß darüber nicht viel, hoffe aber, dass alle Beteiligten einen Weg finden, den DEL-Standort Krefeld zu erhalten."

Für Wolfgang Schulz steht fest, dass der Trainer weiter Adduono heißen wird, wenn der neue Mietvertrag für die Nutzung des KöPa in trockenen Tüchern ist: "Bei meiner Entscheidung, im sportlichen Bereich solange mit Rick Adduono und Rüdiger Noack zusammen zu arbeiten, bis ich aufhöre, bleibe ich. Das sind nach Ende dieser Saison noch zwei Jahre. Rick ist für mich nach wie vor der beste Trainer, den wir haben können. Aber solange nicht feststeht, ob es weitergeht, gebe ich dem Trainer keinen neuen Vertrag. Bei den Spielern ist das was anderes. Die wir unbedingt halten wollen, kämen bei einem Aus auch bei anderen Vereinen unter." Adduono wünscht sich besonders für die Fans eine Zukunft der Pinguine: "Die sind großartig. Unglaublich, wie sie uns gegen Wolfsburg nach dem 0:4 angefeuert haben. Sonntag habe ich die bisher beste Sambafahrt erlebt. Ich habe drei Stunden gebraucht, um im Zug von vorne nach hinten zu laufen. Auch meine Spieler hatte einen Riesenspaß. Das war sehr gut für das Teambuilding."

(RP)