Pinguine: Konkurrenzkampf angeheizt

Eishockey : Pinguine: Konkurrenzkampf angeheizt

Durch die Einbürgerung von Vinny Saponari und Travis Ewanyk ist der Krefelder DEL-Kader so groß wie nie zuvor. Sportdirektor Matthias Roos will mit der Lizenzierung bis zum Tag vor dem Meisterschaftsauftakt warten

Wenn sich alle Spieler, die derzeit dem Kader der Pinguine gehören, in ihrer KöPa-Kabine versammeln, herrscht dort ein dichtes Gedränge. Denn das Aufgebot mit Akteuren, die für die DEL lizenziert werden können, ist in Krefeld so groß wie nie zuvor. Dazu trug jetzt auch die Einbürgerung von Vinny Saponari und Travis Ewanyk bei (RP berichtete). Denn mit ihrem deutschen Pass belasten die beiden Stürmer nicht das Ausländerkontingent. Sollten die Pinguine weiter von großem Verletzungspech verschont bleiben, werden sie zum Meisterschaftauftakt neun der elf möglich Importlizenzen besetzen.

Wie begehrt die Cracks mit einer doppelten Staatsbürgerschaft sind, zeigte in der Vergangenheit besonders die Personalpolitik in Bremerhaven und Iserlohn. In Krefeld war es zuletzt Stürmer Francois Methot, der aufgrund seiner langen Dienstzeit in Deutschland eingebürgert werden konnte. Der Amerikaner Saponari und der Kanadier Ewanyk bekommen den deutschen Pass, weil sie deutsches Blut in den Adern haben.

Natürlich muss auch das sportliche Anforderungsprofil stimmen. „Wir konnten uns von den Qualitäten beider Spieler überzeugen und bekommen die erhoffte Verstärkung für unsere Offensivabteilung. Dahingehend ist für Pierre, Matthias und mich schnell klar gewesen, dass wir Travis und Vinny behalten möchten“, sagt Trainer Brandon Reid. Während Ewanyk mehr der Typ fürs Grobe und durchaus ein Kandidat für den neuen Strafbank-König der DEL ist, besitzt Saponari einen ausgeprägten Scoringtouch. Dadurch kann Reid gleich drei Sturmreihen aufbieten, die Torgefahr ausstrahlen. Am kommenden Wochenende will der Chefcoach beim Turnier im niederländischen Heerenveen weiter auf die Suche nach den bestmöglichen Sturmformationen gehen.

Durch die zwei neuen „Deutschen“ wird der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams weiter angeheizt. „Das war auch so von Anfang an geplant. Finanziell passt das, weil wir unser Budget umverteilt haben und nicht mehr Geld ausgeben als in der Vorsaison“, sagte Matthias Roos gestern. Wer vom Kader vor dem ersten Punktspiel am 14. September gegen Bremerhaven auf der Lizenzspielerliste steht, will der Sportdirektor gemeinsam mit dem Trainer und dem Aufsichtsrat einen Tag vorher entscheiden: „Wir müssen sehen, was bis dahin passiert. Vergangenes Jahr haben wir zum Beispiel Tom Schmitz früh lizenziert. Er hat sich dann leider schwer verletzt und stand nicht mehr zur Verfügung. Damit war eine Lizenz weg.“

Zwei Torhüter und 19 Feldspieler dürfen auf dem Spielberichtsbogen erscheinen. Darunter muss dann ein U23-Akteur sein. Falls der nicht aufgeboten wird, bleiben 18 Akteure übrig. Dann gehören in der Regel sechs Verteidiger und zwölf Stürmer zum Team.

Der Kanadier Travis Ewanyk, hier vorne im Spiel gegen Dresden auf dem Eis, hatte bereits in seiner Heimat den deutschen Pass beantragt. Foto: Neleck/nieleck

Derzeit zählen sieben Verteidiger und 14 Stürmer zu den Spielern, die älter als 23 Jahre sind. Es kann nur spekuliert werden, ob ein Stürmer durch das Sieb fällt und abgegeben oder bei einem anderen Klub geparkt wird. Denn alle erfüllten bisher die in sie gesetzten Erwartungen, auch Tim Miller und Diego Hofland. Beide gelten vom Papier her als Kandidaten, die am 13. September vielleicht nicht lizenziert werden.