Philip Riefers im Interview: „In Krefeld sehe ich eine neue Chance“

Philip Riefers im Interview : „In Krefeld sehe ich eine neue Chance“

Der gebürtige Krefelder Philip Riefers kehrt nach sieben Jahren zu den Pinguinen zurück. Im Interbiew spricht der 28-Jährige über die Gründe für seine Rückkehr und seine Ziele mit den Pinguinen.

Sie sind gerade wieder umgezogen. Der wievielte Umzug war das seit dem Sommer 2011, wo Sie die Krefeld Pinguine verlassen haben? Braucht man einen großen Möbelwagen, wenn man als Eishockeyprofi umzieht oder wohnt man in einer möblierten Wohnung?

Philip Riefers: Es ist mein fünfter Umzug seit 2011. Oft haben Eishockeyspieler möblierte Wohnungen, und dann reicht ein Kleintransporter. Inzwischen habe ich mir zusammen mit meiner Freundin aber so viele Sachen angeschafft, so dass jetzt ein Möbelwagen notwendig war.

Wie verbringen Sie die Sommermonate wenn kein Umzug ansteht?

Riefers: Ich bereite mich dann schon wieder auf die neue Saison vor. Ansonsten bin ich bei meiner Familie, spiele ab und zu Tennis und bin gerne mit meiner Freundin und mit unserem Hund in der Natur unterwegs.

Was waren für Sie die Gründe, nach sieben Jahren wieder nach Krefeld zurückzukehren?

Riefers: In Krefeld sehe ich eine neue Chance, und ich sehe hier auch viel Potential, etwas Neues mit aufzubauen. Hier tut sich einiges, vor allem auch durch den Trainerwechsel kommt viel frische Luft ins Team.

Über wen und wann kam der erste Kontakt zu den Pinguinen zustande, und wann war es für Sie klar, dass Sie zu den Schwarzgelben in ihre Geburtsstadt zurückkehren?

Riefers: Vor zwei Jahren, vor meinem Wechsel nach Wolfsburg hatte ich schon mal Kontakt zu den Pinguinen, da hat es aber nicht geklappt. Jetzt kam gleich nach Saisonende der Kontakt über Matthias Roos und meinen Agenten zu Stande. Matthias Roos kannte ich ja noch aus meiner Zeit in Köln, damals war er in Duisburg, und dort habe ich ja mit der Förderlizenz einige Spiele absolviert.

Bei welchem Verein hatten Sie ihrer Meinung nach Ihre erfolgreichste Zeit und was war bislang Ihr Karriere Highlight?

Riefers: In Köln habe ich mich nach dem Abschied aus Krefeld gut weiterentwickelt, und persönlich habe ich in Wolfsburg vom Trainer noch mal viel gelernt. Zu den Höhepunkten meiner Karriere zählen die beiden Vizemeisterschaften mit Köln und der Vizetitel mit Wolfsburg im Jahr 2017. Ein ganz toller Erfolg waren für mich auch die drei Länderspiele in der Saison 2014/15 unter dem damaligen Bundestrainer Pat Cortina.

Sie haben in den anderen Vereinen mit mehreren Trainern zusammen gearbeitet. Welcher Trainer hat Sie in Ihrer Entwicklung am meisten nach vorne gebracht, und was war das Besondere an ihm?

Riefers: Da muss ich zwei nennen. Uwe Krupp hat mir in Köln unheimlich viel Vertrauen geschenkt, so dass ich am Ende meiner Kölner Zeit eine ganz andere Rolle gespielt habe. Dann natürlich Pavel Gross in Wolfsburg. Das war ein Erfolg für sich, er hat meinen inneren Schweinehund noch mal auf einen ganz anderen Level gehoben. Taktisch hat er mir auch sehr viel beigebracht.

In den vergangenen beiden Jahren in Wolfsburg wurden Sie als Center und als Außenstürmer eingesetzt. Auch als Verteidiger haben Sie ausgeholfen. Sehen Sie sich als klassischer Allrounder, oder was ist Ihre bevorzugte Position?

Riefers: Den Begriff des Allrounders halte ich für schwierig und gefährlich. Daraus kann man auch schließen, dass man für eine Position nicht gut genug ist. Ich bin gelernter Außenstürmer, habe aber auch schon 60 oder 70 Spiele als Verteidiger gemacht. Zuletzt in Wolfsburg habe ich durch das große Verletzungspech von Spiel zu Spiel auf einer anderen Position gespielt.

Sie sind zu einem Team gewechselt, das in den vergangenen beiden Jahren als Tabellenletzter die Saison beendet hat. Wie sehen Sie die neu formierte Mannschaft, und was ist Ihrer Meinung nach ein realistisches Saisonziel?

Riefers: Potential ist auf jeden Fall da. Wir brauchen eine Hand die die Richtung vorgibt, dafür ist der Trainer da. Er hat sich auch schon in anderen Ligen bewiesen. Ich glaube an eine nicht so schlechte Saison. Wir wollen alle in die Play-offs, das ist schließlich die beste Zeit im Jahr.

Was muss passieren, damit dieses Ziel erreicht wird?

Riefers: Wir müssen uns als Mannschaft schnell finden, und wir brauchen einen sehr guten Zusammenhalt im Team. Jeden Tag müssen alle für unser Ziel hart arbeiten.

Wo sehen Sie Ihre Rolle im Team, und was dürfen die Fans der Pinguine von Philip Riefers in der kommenden Saison erwarten?

Riefers: Welche Rolle, das ist eine schwierige Frage. Ich bin flexibel und kann vorne und hinten spielen. Ich will den Fans nicht zu viel versprechen, aber ich hoffe, dass ich dem Team mit meiner Erfahrung aus fast 500 DEL-Spielen, und auch taktisch, wo ich gerade in Wolfsburg viel dazugelernt habe, helfen kann.

Wer sind in der neuen Saison die Titelkandidaten, welche Teams werden mit den Pinguinen um die Play-offs kämpfen? Gibt es ein Team, das niemand auf der Rechnung hat, aber überraschen kann?

Riefers: Das ist insgesamt schwer zu sagen. Der Top-Favorit ist sicher erneut München. In der Hauptrunde ist aber alles möglich, man muss nur schauen, wie eng die Tabelle in der vergangenen Saison war. Auch wir als Pinguine können überraschen.

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