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Paul Veltrup gewinnt das Turnier in Leipzig

Fechten : Paul Veltrup gewinnt das Turnier in Leipzig

Gleich nach der Anreise vom Studium in den USA überzeugt der Degenfechter aus Grefrath mit einer Top-Leistung. Jetzt arbeitet er beim Krefelder Fechtclub mit seinem Heimtrainer am Feinschliff.

(NJ) Das Ende des Semesters an der Ohio State University in Columbus war noch nicht offiziell eingeläutet, da saß der 21-jährige Paul Veltrup bereits im Flugzeug Richtung Heimat. Mit der Zustimmung der Universität und seiner Trainerin in den USA, Katarzyna Dabrowa, machte sich der Grefrather Degenfechter auf dem Weg zum Qualifikations-Turnier in Leipzig.

Veltrup kam, sah und siegte – auf diesen einfachen Nenner könnte man den Trip des jungen Mannes bringen, der für den Fechtclub Krefeld in der Messestadt antrat. Rang eins unter 108 Teilnehmern sprang für Veltrup heraus. Er machte in der Rangliste des deutschen Fechter-Bundes einen großen Satz nach vorn. Bis Mitte August bleibt er am Niederrhein, und das ganz zur Freude von Lajos Csire, seinem Heimtrainer. Er wird aufgrund seines Erfolgs in Leipzig bei weiteren Weltcup-Turnieren startberechtigt sein, nachdem er in den vergangenen Monaten ohne Turnierpraxis in Europa geblieben ist und somit auch nach und nach seine zuvor gute Ranglisten-Platzierung eingebüßt hatte.

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„Die Zeit an der Universität in Columbus habe ich genutzt und fünf Mal pro Woche trainiert“, sagt Veltrup, der in ausgezeichneter körperlicher Verfassung nach Deutschland zurückkam. Gleichwohl hat Csire sofort wieder das individuelle Coaching in Krefeld übernommen. „Paul hat in Columbus einen Mental-Coach und einen Athletiktrainer. Das sind für ihn erstklassige Bedingungen, die er in Deutschland im Rahmen der Möglichkeiten des deutschen Fechterbundes wohl kaum bekommen würde“, sagt Csire, der sich jetzt mit Paul um den Feinschliff kümmern kann.

Das Turnier in Leipzig wird als Qualifikationsturnier als Ersatz für das noch Anfang des Jahres Corona-bedingt abgesagte Traditionsturnier „Weißer Bär“ in Berlin gewertet. Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Irland, USA, Italien, Lettland, Niederlande – und acht Fechter der ukrainischen Nationalmannschaft waren mit dabei. Veltrup war nach der Vorrunde mit der Maximalausbeute von sechs Siegen an Platz drei gesetzt für die K.o.-Runde. Beide Duelle mit den Ukrainern gewann er: In der Vorrunde schlug er Ruslan Tymoshenko mit 5:3, in der Hauptrunde gewann der Grefrather mit 15:12 gegen Pavel Trofymenko. Nominierung für die U 23-EM hat er nun in der Tasche Im Halbfinale folgte mit dem ranglistenzweiten Marco Brinkmann (Bayer Leverkusen) ein ganz dicker Brocken. Doch auch den räumte Paul Veltrup mit 15:13 aus dem Weg und zog ins Finale ein.

Nun wartete der Ranglistenprimus Fabian Herzberg (Bayer Leverkusen) auf den Außenseiter. Ohne Respekt fegte Paul Veltrup den Kontrahenten mit 15:8 von der Fechtbahn und holte sich den Siegerpokal. Eine echte Siegchance hatte Herzberg nicht.

Vor der Abreise zum Studium in die USA vor zehn Monaten stand er auf Platz 13. Durch die Unwägbarkeiten während der Corona-Pandemie konnte er in den letzten fünf Monaten an keinem Qualifikations-Turnier teilnehmen. Die Nominierung für die U23-Europameisterschaft Anfang Juni in Estland hat er nun in der Tasche. Ende Mai finden die deutschen Meisterschaften in Bonn statt, bei der die Qualifikation für die Finals Ende Juni in Berlin ausgefochten wird. Paul gehört an der Ohio State University zum Fechtteam und hat mit der Mannschaft die Northwestern Championships gewonnen.