Lokalsport: Olympiasieger Wilke rudert aus dem Tief

Lokalsport : Olympiasieger Wilke rudert aus dem Tief

Bei den Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg haben die CRC-Starter vier Medaillen gewonnen. Lisa Schmidla und die Davids-Zwillinge Miriam und Sara holten Silber, Bronze gab es für Kristof Wilke und Jonathan Rommelmann.

Der Crefelder Ruderclub (CRC) hat bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Brandenburg einmal mehr für Aufsehen gesorgt. Die Krefelder Starter gewannen auf der Regattastrecke Beetzsee insgesamt vier Medaillen.

Rechtzeitig wieder in Schwung gekommen ist dabei Olympiasieger Kristof Wilke. Er erruderte sich souverän die Bronzemedaille mit seinem Partner Anton Braun aus Berlin und bescherte sich nachträglich zu seinem 30. Geburtstag, den er am Freitag auf dem Regattaplatz feierte, das schönste Geschenk. "Ich bin Happy, dass wir über den gesamten Wettkampf mit Vorlauf Viertelfinale, Halbfinale und Finale eine gleichbleibend gute Leistung abgegeben haben. Ich werte den dritten Platz wie einen Sieg", sagte Wilke, der den das deutsche Paradeboot, den Deutschland-Achter, 2012 in London als Steuermann zum Olympiasieg geführt hatte, am Siegersteg. Damit kann er sich berechtigte Hoffnungen machen, dass er von Bundestrainer Ralf Holtmeyer für den erweiterten Kreis des Deutschlandachters wieder Berücksichtigung finden wird.

"Endlich", so der Ausspruch von Miriam Davids, die zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Sara Davids den Sprung auf das das Treppchen zur Silbermedaille geschafft hat. In einem spannendem Rennen, bei dem die Boote aus Essen/Halle und Rostock/Halle, sich bis zur Ziellinie einen erbitterten Kampf lieferten. "Das war wirklich knapp, unser Trio hat sich bis zur Ziellinie regelrecht in Führungskämpfen nach vorne gepusht", berichtet Sara Davids. Jetzt müssen die beiden Krefelderinnen von Bundestrainer Thomas Affeldt auf jeden Fall für die Bildung der Nationalmannschaft berücksichtigt werden, wie es genau weiter geht, werden sie in den nächsten Tagen erfahren.

Eines ihrer härtesten Rennen hat Lisa Schmidla gerudert. Völlig fertig konnte sie die Siegerehrung zur Silbermedaille deshalb nur gestützt absolvieren. Doch ihre Klasse stellte die Ausnahmeathletin unter Beweis, nach verhaltenem Start und mäßigen ersten 1000 Metern drehte sie mächtig auf und ruderte von Platz 5 auf Platz 2, dabei attackierte sie Meisterin Carina Bär aus Heilbronn so sehr, dass im Schlussspurt Schmidla nur knapp unterlegen war. "Seit Leipzig plagen mich Rippenprobleme, und Anfang der Woche war ich nicht richtig fit. Die ersten 1000 Meter waren die Hölle, doch dann wollte ich unbedingt nach vorne", erzählte Schmidla, die einmal mehr ihren unbändigen Siegeswillen zeigte. Damit dürfte Schmidla wieder auf der Schlagposition für den Deutschen Doppelvierer probiert werden.

Alles richtig gemacht, so könnte man die Bronzemedaille von Jonathan Rommelmann im leichtgewichtigen Männer Einer kommentieren. Rommelmann kam über die einzelnen Rennen immer besser in Fahrt und drehte im Finale mächtig auf. "Meine Taktik, ab Streckenhälfte ordentlich das Tempo zu verschärfen ist voll auf gegangen", sagte er. Gerade mal eine Bootslänge trennten Rommelmann vom späteren Sieger Konstantin Steinhübel/Würzburg und Vizemeister Moritz Moos aus Mainz. Mit seiner Leistung wird Rommelmann ein fester Bestandteil in der Bildung zur U23 Nationalmannschaft werden und hofft auch für die A-WM Berücksichtigung zu finden.

Nicht ganz ihr Ziel, schnellstes U23 Boot zu werden, hat Marisa Staelberg erreicht. Mit Partnerin Elisaveta Sokolkova aus Lauingen musste sie knapp das Boot aus Rostock passieren lassen. Zählt damit aber zum 2. schnellsten U23 Boot und kann sich berechtigte Hoffnungen für die U23-Nationalmannschaft machen.

(RP)