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Olympia 2021 Tokio: Krefelder Ruderer wollen olympisches Edelmetall

Die Vorbereitung läuft : Krefelder Ruderer wollen olympisches Edelmetall

Michaela Staelberg, Jonathan Rommelmann und Laurits Follert vom Crefelder RC sind bereits nach Tokio gereist. Dass die Spiele mit weniger Zuschauern und Abstandsregeln auch im Dorf stattfinden, trübt ihre Freude nicht.

Auf dem Elfrather See rudert eine Jugendmannschaft. Die Trainerin fährt im Motorboot nebenher und gibt Tipps und Anweisungen. Während die Nachwuchsgeneration den sportlichen Träumen entgegenarbeitet, sind drei weitere Athleten des Vereins und ihre Trainerin in der absoluten Weltspitze angekommen und fahren Mitte der Woche nach Japan, um sich in einem finalen Trainingslager auf die olympischen Spiele in Tokio vorzubereiten. Michaela Staelberg, Jonathan Rommelmann und Laurits Follert wollen auf dem Wasser um Edelmetall kämpfen, Trainerin Sabine Tschäge ihnen und ihren Mitstreitern das nötige Rüstzeug mitgeben.

Die prominenteste Rolle füllt dabei Follert aus. Er geht im profiliertesten Boot überhaupt, dem legendären Deutschland-Achter, an den Start. Dabei rudert er auf Position zwei. „Es ist eine ganz wichtige Position, die für die Koordination im Boot sehr wichtig ist. Hier wird entschieden, ob das Boot richtig steht“, erläutert Tschäge. Der so gelobte selbst wiegelt ab. „Wir sind ein Team und jeder Ruderer ist gleich wichtig“, sagt er. Dabei überstand die Mannschaft auch schon einige Tiefen. „Wir waren zu Saisonbeginn nicht gut, da liefen einige Regatten nicht wie gewünscht. Aber dann haben wir einiges umgestellt und fahren jetzt optimistisch zu Olympia“, sagt der 25-Jährige. Beim Achter heißt das: Ziel Gold!

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Sein ein Jahr älterer Kollege Rommelmann startet im Leichtgewichts-Doppelzweier und strebt ebenso wie der Achter fast schon traditionell Gold an. „Allerdings ist die Weltspitze sehr eng. Edelmetall wollen wir in jedem Fall. Aber manchmal entscheidet eine Sekunde zwischen Gold und Holz“, erläutert der angehende Mediziner.

Wirklich bitter war die Verschiebung der Spiele um ein Jahr für Staelberg. Im Vorjahr war sie für die Spiele gesetzt und hatte einen Platz im Doppelvierer sicher. „In diesem Jahr war ich bei einer wichtigen Regatta für die Qualifikation krank“, sagt sie und reist nun als Ersatzfrau mit. „Ich könnte im Doppelvierer oder im Zweier rein kommen, falls jemand ausfällt. Das hoffe ich aber nicht. Wir sind wirklich ein tolles Team und ich gönne jeder, die jetzt qualifiziert ist den Platz“, sagt die sympathische 26-Jährige ohne Gram. Dass sie so ihre vielleicht einzigen Olympischen Spiele wahrscheinlich nicht aktiv bestreiten kann, sei bitter aber sie wolle alles für das Team geben. Sollte das Boot, das ebenfalls zu den Favoriten zählt, Edelmetall gewinnen, würde sie, sofern sie als Ersatz nicht ins Boot steigt, keine Medaille erhalten. „Ich würde mich aber mit den anderen freuen“, sagt sie.

Dass die Spiele mit weniger Zuschauern und Abstandsregeln auch im Dorf stattfinden, sei schade, aber trübe die Freude nicht, sagen sie einhellig. „Ich freue mich riesig auf die Spiele. Wie es wirklich wird werden wir sehen. Aber der sportliche Reiz überwiegt alles“, sagt Rommelmann und seine Teamgefährten nicken zustimmend. Trainerin Tschäge fügt hinzu: „Wir sind froh, dass es überhaupt stattfindet. In diesem Jahr sind viele Veranstaltungen und viele Regatten ausgefallen. Wir sind einfach dankbar für die Möglichkeit, unseren Traum zu erleben“, erläutert die erfahrene Trainerin.

Diesen Traum träumt ausgerechnet Staelberg am längsten. „Mir zeigte neulich eine Freundin einen Eintrag aus einem Poesiealbum von 2009. Da habe ich bei Träumen schon geschrieben: Ich will zu Olympia“, erzählt sie. Rommelmann hätte sich selbst 2012 nicht träumen lassen, es zu erleben. „Eigentlich denke ich erst seit dem Junioren-WM-Titel 2015 darüber nach“, sagt er.

Erreicht haben das Ziel dennoch alle und wollen nun dazu beitragen, dass der Deutsche Ruderverband an seine große olympische Tradition anknüpft und viel Edelmetall aus dem olympischen Regattasee fischt – und damit auch Krefeld bestens vertreten.