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Lokalsport: Noch ein Sieg - dann folgt ein WM-Kampf

Lokalsport : Noch ein Sieg - dann folgt ein WM-Kampf

Der Kempener Boxer Rami Ali steigt am morgigen Samstag in Duisburg wieder in den Ring. Der Europameister setzt allerdings seinen erst kürzlich erworbenen Gürtel nicht auf den Spiel - sondern kämpft um die Chance seines Lebens.

Eigentlich muss Rami Ali nur noch einmal richtig zuschlagen. Mit einem sicheren Treffer auf eine möglichst empfindliche Stelle. Die Leber zum Beispiel. Oder auch ans Kinn. Jedenfalls: Der Schlag muss sitzen. Dann nämlich würde sein gegner K.o. gehen, und dann steht der Boxprofi aus Kempen vor seiner größten sportlichen Herausforderung: Der Europameister im Verband GBA dürfte dann voraussichtlich im Herbst um die Box-Weltmeisterschaft kämpfen.

Doch der Reihe nach. Rami Ali, der boxende Friseur aus Kempen, klettert morgen Abend wieder in den Ring. Der steht im Masters Gym in Duisburg, und dort steigt morgen ab 18 Uhr das Box-Spektakel "Night for Masters". Ali ist ein Teil den Programms. Der 35-Jährige trifft dort auf den vier Jahre älteren türkischen Boxer Yesilat Berkta - ein Gegner, der eine Erfahrung von 37 professionellen Kämpfen mit sich bringt, doch dessen Kampfbilanz dürfte kaum für schlaflose Nächte sorgen: Von den 37 Kämpfen gewann er nur sechs, fünf davon durch K.o., bei den anderen 31 Gefechten zog er den Kürzeren, und davon ging's 16 Mal vorzeitig zu Ende. Gebost wird im Cruisergewicht, Das ist die Gewichtsklasse unmittelbar unter dem Schwergewicht, also der Königsklasse im Boxen, und die Kämpfer dort dürfen bis zu 200 englische Pfund auf die Waage bringen - das sind bis zu 90,72 Kilo.

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So ganz unerfahren ist Rami Ali allerdings auch nicht. 24 Boxkämpfe hat der 35-Jährige inzwischen bestritten, zehn davon als Profi. Von den Letztgenannten hat der in Kuwait geborene Libanese neun gewonnen, und acht Mal hat er dabei seinen Gegner per Knock-out vorzeitig auf die Bretter gelegt. Und die einzige Niederlage war eine hauchdünne, lediglich mit einem Punkt hatten ihn die Wertungsrichter seinerzeit hinten gesehen - sonst würde er eine makellose Kampfbilanz aufweisen. Auch seinen jüngsten Kampf hatte er gewonnen, in Krefeld, im Kaya Plaza. Sein Gegner Haris Calakovic musste dort vorzeitig auf die Bretter. In der dritten Runde hatte Rami Ali einen linken Haken ausgepackt, der sich gewaschen hatte. Mit voller Wucht traf er seinerzeit damit den Serben am Kopf, der daraufhin zu Boden ging und angezählt wurde. Zwar rappelte er sich wieder auf, doch schon Sekunden später schlug Alis rechter Haken ein - diesmal blieb der 24-Jährige am Boden. Der Ringrichter brach den Kampf ab - Sieg durch technischen K.o.. Schöner Nebeneffekt: Der Sieg war gleichzeitig verbunden mit dem Europameistertitel.

Den setzt er morgen Abend allerdings nicht aufs Spiel. Aber auch so wird der morgige Kampfabend ein ganz besonderer werden: Auf den Sieger wartet ein Kampf um die WM-Krone.

(RP)