Neuling HSG Krefeld will mit kleinem Etat die Großen der Zweiten Handball-Liga aufmischen

Handball : Mit kleinem Etat mitmischen

Die vielleicht stärkste zweithöchste Handball-Liga der Welt startet mit einigen namhaften Vereinen und dem Neuling HSG Krefeld.

Wenn die Zweite Handball-Bundesliga ihren Spielbetrieb aufnimmt, dann wird es eine spannende Saison werden, denn aufgrund der Reduzierung von 20 auf 18 Mannschaften ist die Leistungsdichte merklich gestiegen.

Als Topfavoriten auf den Meistertitel werden mit dem VfL Gummersbach und der SG BBM Bietigheim vor allem die beiden Absteiger aus der Bundesliga genannt, doch dahinter gibt es mit den Mannschaften aus Essen, Coburg, Nettelstedt und Hamm einige Kandidaten, denen eine Rolle im oberen Bereich oder sogar eine Chance im Titelkampf zugetraut wird. Für die HSG Krefeld als Aufsteiger gilt es nun in ihrer Premieren-Saison, sich schnellstens zu akklimatisieren, in der Liga anzukommen und den Gegnern die Eagles-Krallen zu zeigen.

Die Zahl von 10.276 Kilometer Gesamtreisedistanz drückt dabei eindrucksvoll aus, dass die Auswärtsfahrten diesmal deutlich länger sind. Am weitesten geht es für die Krefelder nach Konstanz (589 km), Dresden (587 km) und Aue (578 km).

Wirft man einen Blick auf das nähere Ballungsgebiet, so fallen direkt die sieben weiteren NRW-Vertreter in der 2. Bundesliga auf. Spiele wie gegen TuSEM Essen oder Bayer Dormagen können da schon getrost als Derbys angesehen werden. „Wir wollen so viele Auswärtsspiele wir möglich mitmachen. Es sind schon organisierte Touren mit Busunternehmen geplant, notfalls fahren wir auch mit unseren eigenen Autos hin. Welche Spiele es dann sind, das werden wir von unserem Fanclub dann rechtzeitig bekannt geben“, sagt Björn Leiske vom Fanclub Flying Eagles

Mit dem VfL Gummersbach ist ein Verein dabei, der bei Handball-Fans alleine vom Namen her immer zieht. Bloß ist es diesmal nicht die Zweitvertretung, gegen die Krefeld antritt, sondern die erstmals aus der Bundesliga abgestiegene erste Mannschaft. Insgesamt bietet die Zweite Liga elf ehemalige Bundeslisten auf, die zum Teil in früheren Zeiten sogar europaweit erfolgreich unterwegs waren.

In Michael Kraus, Deutscher Meister (2011), Champions-League Sieger (2013) und vor zwölf Jahren sogar Weltmeister, spielt der wohl erfolgreichste Spieler in Bietigheim. Doch auch in den anderen Vereinen tummeln sich Spieler mit Top-Qualitäten. „Vereine im oberen Bereich haben einen Etat um die zwei Millionen Euro und höher. Wir dagegen haben nur einen Bruchteil davon“, sagt HSG-Prokurist Thomas Wirtz und behauptet weiter, dass es die beste und attraktivste zweite Handballliga in der Welt sei, in der es sehr professionell zugehe.

Von den 18 Vereinen steigen die ersten beiden Mannschaften in die Bundesliga auf, der direkte Gang eine Klasse tiefer beginnt ab Platz 17. Der Drittletzte darf sich in den Relegationspielen noch Hoffnungen auf den Ligaverbleib machen.

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