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Namensänderung des Reitervereins Bayer Uerdingen ist durchaus ein Thema

Reitsport : Namensänderung ist durchaus ein Thema

Beim Reiterverein Bayer Uerdingen erinnert nur noch der Name an den Chemiekonzern. Das kürzlich veranstaltete Corona-Turnier hat wenigstens etwas Geld in die klamme Kasse gespült.

Der Reiterverein Bayer Uerdingen hat arbeits- und ereignisreiche Wochen hinter sich. Zunächst wurden im Wochenabstand die Krefelder Stadtmeisterschaften und anschließend das aus dem Juli verschobene Sommerturnier ausgetragen. Diese beiden Veranstaltungen waren nicht nur wichtig für das Vereinsleben, sondern auch in besonderem Maße für die Vereinskasse. Wie fast alle Sportvereine ist auch der Reiterverein Bayer Uerdingen durch Corona finanziell arg gebeutelt.

„Ohne die gastronomischen Einnahmen aus diesen beiden Veranstaltungen hätten wir ernste Probleme bekommen. Sie machen ungefähr ein Drittel unseres Etats aus“, erklärt Geschäftsführerin Michaela Händeler. „Eigentlich hatten wir geplant, auf der Jahreshauptversammlung im März, eine Beitragserhöhung zu beschließen, doch die Versammlung hat wegen Corona bis heute nicht stattgefunden. Und somit fehlen uns auch die geplanten zusätzlichen Einnahmen in der Kasse.“

Wer Bayer hört, denkt sofort an wirtschaftliche Stabilität und gesunde Finanzen. „Obwohl wir Bayer immer noch in unserem Namen tragen, haben wir heutzutage mit dem Konzern nichts mehr zu tun“, macht die Vorsitzende Elke Kirches klar. „Seit 2015 fließen auch keine Zuschüsse mehr in die Vereinskasse, was bei uns Verantwortlichen auch schon den Gedanken an eine Umbenennung aufkommen ließ. Die Durchführung unseres Turniers war ein echter Segen. Unser großer Dank gilt allen Helfer und Sponsoren, ohne die dieses Turnier nicht möglich gewesen wäre.“

270 Mitglieder zählt der Reiterverein Bayer Uerdingen, die Hälfte davon sind aktiv. 70 Kinder und 20 Erwachsene reiten die 13 Schulpferde des Vereins. Die anderen Mitglieder haben eigene Pferde, die in den Boxen des Ottohof eingestallt sind. Im Bezug auf die Schulpferde unterscheidet sich der RV Bayer grundsätzlich von den meisten anderen Reitervereinen. Die Mitglieder, die die Schulpferde nutzen, zahlen einen erhöhen Jahresbeitrag, in dem 70 Reitstunden jährlich enthalten sind. Diese Reitstunden werden über ein praktisches Online-Reitbuch gebucht.

Von den Mitgliedsbeiträgen werden auch die festangestellte Reitlehrerin und drei freie Reitlehrer sowie eine Stallangestellte und ihre Aushilfen bezahlt. Insgesamt leben auf dem Ottohof derzeit 39 Pferde, die sich bester Pflege erfreuen. Ob Dressur- oder Springreiter, Liebhaber von Ponys oder Pferden, Anfänger oder erfahrener Turnierreiter, mit oder ohne eigenes Pferd – der Reiterverein Bayer Uerdingen bietet umfassende Angebote.

Im Jahr 1959 riefen zwölf Gründungsmitglieder den Reiterverein Bayer Uerdingen ins Leben. Zuerst war die Reitbahn an der Goethestraße die Heimat der Bayer-Reiter. 1967 wurde die Reitbahn stillgelegt. In den folgenden Jahren dienten verschiedene Reitställe in Krefelder und Umgebung als Ausweichquartiere. Im Mai 1972 wurde dann schließlich der Grundstein für eine eigene Reitanlage gelegt. Im rasanten Tempo entstanden am Höhendyk Stall und Reithalle. Ein Jahr später – im Mai 1973 – konnte die Anlage unter dem Namen Ottohof eingeweiht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.