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Hockey: "Nach Olympia ist Schluss"

Hockey : "Nach Olympia ist Schluss"

Der ehemalige CHTC-Spieler Matthias Witthaus spielt ab Samstag bei der Hockey-EM in Gladbach mit. Das CHTC-Ehrenmitglied will mit dem Nationalteam den Titel holen und sich für Olympia 2012 qualifizieren.

Herr Witthaus, zurück im Mönchengladbacher Hockey-Park: Werden da nicht Erinnerungen an 2006 wach?

Matthias Witthaus Natürlich. Das Stadion bei der Weltmeisterschaft war voll, wir haben eine unglaublich Stimmung bei unserem Titelgewinn gehabt. Und im gleichen Jahr bin ich hier mit dem Crefelder HTC Deutscher Meister geworden - das sind Momente, die man nicht so schnell vergisst.

Haben Sie noch Kontakte nach Krefeld?

Witthaus Ja, natürlich. Krefeld ist immer meine zweite sportliche Heimat gewesen. Hier beim Turnier bin jetzt allerdings nicht, um meine Eltern zu treffen.

Nach Ihrem Gastspiel in Spanien sind Sie aber nicht zum CHTC zurückgekehrt, sondern nach Mannheim.

Witthaus Ich hatte mehrere Angebote, und in Mannheim hat eben alles zusammen gepasst. Meine Freundin Julia kann dort studieren, und meine Uni in Köln ist auch nicht so weit weg.

Was macht Ihr Studium denn? Sie müssten doch bald fertig sein.

Witthaus Bin ich auch. Ich muss nach der Europameisterschaft noch eine Klausur schreiben, ehe ich dann mit der Diplomarbeit anfange. Bis Januar muss ich sie fertig haben, und dann bin ich hoffentlich Diplom-Sportwissenschaftler.

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Haben Sie sich zur EM jetzt auch Lehrbücher mitgenommen?

Witthaus Ja, aber die sind eigentlich mehr zur Beruhigung des eigenen Gewissens. Ich glaube nicht, dass ich viel in die Bücher schauen werde. Das lenkt zu sehr ab.

Was haben Sie sich für die EM vorgenommen?

Witthaus Unser Minimalziel ist das Halbfinale. Wenn England auch dahin kommt, wären wir direkt für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert. Qualifiziert sich England nicht, müssen wir Dritter werden.

Was bedeutet Ihnen die EM im eigenen Land? 1999 haben Sie ja schon einmal eine EM in Deutschland gespielt.

Witthaus Grundsätzlich finde ich, dass die EM ein Superturnier ist. Für mich hat mit der Europameisterschaft 1999 alles angefangen. Es wäre toll, jetzt noch ein drittes Mal den Titel zu holen.

Wie geht es danach weiter?

Witthaus Zuerst versuche ich dann, mein Studium zu Ende zu bringen. Ab Januar werde ich mich dann ausschließlich auf Olympia vorbereiten.

Also noch nicht in den Beruf einsteigen?

Witthaus Erst nach Olympia. Die Spiele in London werden meine letzten Olympischen sein. Der Plan ist eigentlich, nach London meine internationale Karriere zu beenden. Bei meinem Verein in Mannheim habe ich aber noch ein Jahr Vertrag, und den werde ich auch erfüllen.

Und danach als was arbeiten?

Witthaus Das weiß ich noch nicht genau. Mit meiner Ausbildung kann ich ja zum Beispiel bei Sportvereinen arbeiten. Oder ich werde Sportreporter, dann sind wir bald Kollegen.

Oliver Schaulandt führte das Gespräch mit Matthias Witthaus.

(RP)