Trabrennen Michael Nimczyk testet Jonny Hill für das Derby

Krefeld · Der Deutsche Meister der Berufs-Trabrennfahrer aus Schiefbahn startet am Sonntag in Berlin mit einem der Mit-Favoriten. Die Championats-Wertung führt der 34-Jährige mit 69 Siegen an.

 Michael Nimczyk mit Jonny Hill

Michael Nimczyk mit Jonny Hill

Foto: Schoofs

Im Pferdesportzentrum Kaiserhof in Schiefbahn geht trotz der Corona-Pandemie alles seinen geregelten Weg. Schließlich finden seit Mai wieder Trabrennen statt, wenn auch ohne Publikum. Die zweimonatige Zwangspause wirkte sich allerdings negativ aus. Für die Pferdebesitzer gab es keine Sieg-oder Platz-Prämien und entsprechend für den Deutschen Meister Michael Nimczyk kein Honorar. „Mir fehlen durch die Pause zwischen 100 und 150 Starts“, sagte der neunfache Champion der Berufsfahrer mit dem Goldhelm. Die Jahreswertung führt er wieder souverän mit 69 Siegen  vor dem Zweitplatzierten (37 Siege) an und steht vor dem zehnten Titel. Dieses Jubiläum in der eindrucksvollen Karriere des erst 34 Jahre alten Schiefbahners soll mit dem Sieg beim Deutschen Hengste-Derby in Berlin gekrönt werden. Im Vorjahr gewann Nimczyk das Derby der Stuten, sein bisher größter Erfolg.

Gleich sechs Hengste und zwei Stuten werden derzeit auf dem Kaiserhof auf den Saisonhöhepunkt  des deutschen Trabrennsports vorbereitet. Das Derby ist wegen der Corona-Krise auf das Wochenende 19./20. September verschoben worden. „Das ist sehr gut, weil wir sonst durch die Pause die Pferde nicht so optimal hätten vorbereiten können“, erklärt der Champion. Mit dem dreijährigen Hengst Jonny Hill, der zur Hälfte seinem Onkel Hans Brocker gehört, hat Nimczyk für das Derby ein heißes Eisen im Feuer. Auch wenn er erst zwei Rennen bestritten hat, wo er jeweils überlegen gewann, zählt er bei den Experten zu den Mitfavoriten. Am Sonntag findet auf der Bahn von Berlin-Mariendorf beim mit 20.000 Euro dotierten Adbell-Toddington-Rennen die erste Bewährungsprobe für die Derby-kandidaten statt. 500 Zuschauer dürfen auf die Tribünen. Obwohl Nimczyk seinem schnellen Jonny Hill den Sieg zutraut, ist das kein Muss: „Wir sind mit ihm auf einem guten Weg und wollen ihn beim Derby auf 100 Prozent haben.“

Auch für die Stuten steht an der Spree der erste Großtest auf dem Programm. Beim mit 10.000 dotierten Rennen sitzt Robbin Bot, ein Fahrer vom Kaiserhof, hinter Heavenly Dreamgirl im Sulky. Der Niederländer ist der Lebensgefährte von Michael Nimczyks Schwester Kati, die Besitzerin der Stute. Da wird die Freude bei einem Sieg doppelt groß sein.