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Michael Nimczyk behält den Goldhelm

Trabrennen : Michael Nimczyk behält den Goldhelm

Der Trabrennfahrer aus Schiefbahn ist zum zehnten Mal Deutscher Meister der Profis. Sein größter Erfolg war der Sieg im deutschen Stuten-Derby. Sein Vater Wolfgang ist der erfolgreichste Trainer des Jahres.

Schon im Sommer gab es keine Zweifel mehr, dass Michael Nimczyk sich auch in diesem Jahr den Titel des Deutschen Meisters der Berufs-Trabrennfahrer holen wird. Ende Dezember standen für den 34-jährigen Schiefbahner 128 Siege zu Buche. Damit gewann er zum zehnten Mal, davon jetzt schon achtmal in Folge, den Goldhelm als Zeichen des Champions. „Diese Wertung für sich zu entscheiden, ist schon etwas Besonderes, denn dafür muss man das ganze Jahr konstant gute Leistungen zeigen und erfolgreich sein“, sagte Nimczyk im RP-Gespräch.

Im Corona-Jahr war es im Trabrennsport nicht einfach, die Pferde auf die Rennen vorzubereiten. Schließlich war im Mai nach zwei Monate Lockdown nicht klar, ob überhaupt Rennen stattfinden können. Besonders das 125. Deutsche Derby in Berlin, der Höhepunkt des Jahres in Deutschland, drohte auszufallen. Doch statt im August fand das Derby im September statt. Dabei gewann Nimczyk als Mitfavorit mit „Kyriad Newport“ zum zweiten Mal in Folge den Stutenpreis, einer der beiden Hauptereignisse der Derby-Woche. „Dort nach vielen Geisterrennen vor 5000 Zuschauern fahren zu dürfen, war sehr schön“, erinnert sich der Schiefbahner. Der Titel im großen Derby der Hengste, dem wichtigsten Rennen des Jahres, fehlt ihm noch. 2020 wurde er mit „Straight Flush“ Zweiter, was angesichts der Konkurrenz ein sehr großer Erfolg war.

Insgesamt kann Nimczyk und sein Team vom Pferdesport-Zentrum Kaiserhof in Schiefbahn auch trotz der Corona-Pandemie wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Er fuhr für die Pferde-Besitzer über 500.000 Euro ein. Aber damit nicht genug. Auf dem  Kaiserhof wurden in einem Jahr so viele Titel gesammelt wie nie zuvor. Nimczyks Vater Wolfgang ist wieder Trainer des Jahres (175 Siege). Sein Onkel Thomas Maaßen gewann den Titel des besten Amateurfahrers. Und auch der Bronzehelm (71 Siege) für den Dritten der Profis trägt jetzt ein Fahrer vom Kaiserhof. Der Niederländer Robin Bot ist der Verlobte von Nimczyks Schwester Cathrin. Den Titel des erfolgreichsten Besitzers gewann der Berliner Ulrich Mommert, dessen Vierbeiner in Schiefbahn trainiert werden und mit dem Goldhelm-Champion im Sulky die meisten Siege feierten. Auch andere Besitzer vertrauen dem Kaiserhof-Team ihre Pferde an. Insgesamt sind werden dort aktuell 70 Vierbeiner zu Hause, darunter die schnellsten der Republik.

Nimczyk wird in seiner eindrucksvollen Karriere auch in diesem Jahr seinen Titel verteidigen, wenn alles nach Plan läuft. Ein erstes Signal gab er gleich beim Neujahrsrenntag in Gelsenkirchen, wo er gleich das erste Rennen in Deutschland gewann und von den insgesamt acht Rennen weitere vier gewann.

„Ich bin froh, dass wir 2020 unseren Sport aufrechterhalten konnten. Das ist auch für die Betreiber der Rennbahnen sehr wichtig gewesen. Wir Fahrer haben versucht, unseren Teil dazu beizutragen, dass möglichst viele Renntage ausgerichtet werden konnten. So versuche ich natürlich auch immer die Mönchengladbacher zu unterstützen, da ich dort natürlich sehr nah dran bin“, sagt Nimczyk und hofft, dass der Trabrennsport das Schlimmste überstanden hat: „Im Vorjahr war vor allem das Ungewisse ein großes Problem, da sollten wir jetzt auf wichtige Erfahrungswerte zurückgreifen können. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir 2021 wieder bessere Zeiten erleben werden.“