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Leichtathletik: Lukas Schmitz nach Singapur

Leichtathletik : Lukas Schmitz nach Singapur

Der 17-jährige 400-Meter-Läufer des SC Bayer Uerdingen vertritt die deutschen Farben bei den ersten Olympischen Jugendspielen. Neben der sportlichen Herausforderung erwarten ihn in dem asiatischen Stadtstaat ungewöhnliche Verhaltensregeln.

Heute um 12.35 Uhr startet vom Frankfurter Flughafen die Maschine SQ025 zu ihrem 12-stündigen Direktflug nach Singapur und mit ihr der Uerdinger Lukas Schmitz in ein zweiwöchiges großes Abenteuer. Im südostasiatischen Stadtstaat nämlich finden vom 14. — 26. August die ersten Olympischen Jugendspiele statt. Über 5000 Sportler der Altersklasse U18 aus der ganzen Welt kämpfen in 26 Sportarten getreu dem Vorbild ihrer älteren Idole um die begehrten Medaillen.

Lukas Schmitz, der sich auf der 400 m Strecke im Mai in Moskau als einer von vier Europäern für dieses Großereignis qualifizieren konnte, wird im olympischen Dorf wohnen und greift erst am 17. August in das Wettkampfgeschehen ein. Dann finden im Bishan-Stadion die Vorläufe statt. Die aktuelle Weltbestenliste, die von Luquelin Santos aus der Dominikanischen Republik mit 46,19 s angeführt wird, weist Lukas Schmitz mit 47,21 s auf Position sieben aus. Dementsprechend ist das Ziel des 17-Jährigen klar formuliert: "Ich möchte am Samstag, den 21. August im A-Finale der besten acht stehen und nach Möglichkeit eine Zeit unter 47 laufen."

Wie schwierig das werden wird, zeigt ein Blick auf die Meldelisten, wo die Abstände hinter dem Langsprinter des SC Bayer Uerdingen ganz eng sind und der 20. noch mit einer Leistung von 47,78 s aufgeführt ist.

Doch nicht nur die sportliche Herausforderung gilt es zu bestehen. Schon im Vorfeld gab es eine Schulung durch den Verband hinsichtlich des Verhaltens in Singapur. So wird in der "saubersten Stadt der Welt" z.B. Spucken in der Öffentlichkeit mit einer Geldbuße von ca. 500 Euro geahndet, ist die Einfuhr von Kaugummis streng verboten und je nach Vergehen kann auch die Prügelstrafe noch zur Anwendung kommen. Bei Drogenbesitz allerdings droht die Todesstrafe. Auch Formen der Höflichkeit wurden vermittelt, so z.B. dass die Annahme von Gegenständen grundsätzlich mit zwei Händen erfolgen sollte, um den Abgebenden nicht zu beleidigen. Eine Zeitumstellung von acht Stunden, Temperaturen von 28 bis 32 Grad bei nur unwesentlicher nächtlicher Abkühlung und eine durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit von 70 — 80 % stellen eine große Herausforderung für den Organismus dar verbunden mit der Direktive an die Sportler: Trinken — Trinken - Trinken!

Nach seinem Wettkampf möchte sich der Schüler des Stadtparkgymnasiums noch einige andere Sportarten anschauen. Hier stehen Basketball, Turmspringen, Ringen und Sportschießen auf seinem Kalender. Das vom Veranstalter angebotene Rahmenprogramm CEP (culture and education program) verschmäht er aber und setzt andere Akzente: "Da bevorzuge ich Urlaub statt Schulschema, werde Kontakte im olympischen Dorf suchen, mir eine Stadtrundfahrt gönnen und mir verschiedene Bands am Strand der Singapore-Bay anhören."

(RP)