Lokalsport: Letzter Schliff für die Pinguine

Lokalsport : Letzter Schliff für die Pinguine

Die bisherige Vorbereitung auf den Meisterschaftsstart der Deutschen Eishockey-Liga verlief für die Krefelder in diesem Jahr viel reibungsloser als 2011. Heute beginnt der Countdown für das erste Punktspiel am Freitag in Köln.

Eishockey Zweimal auswärts gewonnen, und das auch noch bei den rheinischen Rivalen Köln und Düsseldorf. Zwar gab es dafür keine Punkte, doch der zuletzt nicht gerade tollen Stimmung im Lager der Pinguine taten die beiden letzten Testspielerfolge sehr gut.

Sieben Spiele, vier Siege

Sieht man mal vom ersten Match beim Oberligisten Duisburg ab, das angesichts der Zusammenstellung der Mannschaft ein Muster ohne Wert war, stehen nach den sieben "echten" Vorbereitungsduellen vier Siege zu Buche. Entscheidender ist allerdings, dass die Vorsaison bisher viel besser verlaufen ist als vor einen Jahr, wo das Verletzungspech vom ersten Tag an unaufhaltsam seinen Lauf nahm. Auf der Zielgeraden der Vorbereitung drehten die Pinguine deutlich am Turborad. Vor allem läuferisch und kämpferisch zeigten sie sich gegen Köln und Düsseldorf stark verbessert. Spielerisch ist die Mannschaft noch ein Stück von ihrem Potential entfernt. Und das nicht ohne Grund. Erst am Sonntag vor einer Woche entschied sich Trainer Rick Adduono im letzten Drittel des Heimspiels gegen die DEG, seine Sturm-Formationen umzubauen. Während das für die Paradereihe um Center Daniel Pietta kein Problem darstellt, müssen sich die anderen Sturm-Trios noch finden. In diesem Punkt wurde kostbare Zeit verschenkt, die in dieser Woche beim letzten Schliff für den Start am Freitag in Köln nicht mehr aufgeholt werden kann.

Am Wochenende war festzustellen, dass die Pinguine körperlich in einer glänzenden Verfassung sind. Das harte Training, zum Beispiel auf der "Himmelsleiter" in Neukirchen-Vlyn, zahlte sich aus und wird den Spielern auch in bestimmten Phasen der Saison gut tun. Denn nur in bester physischer Verfassung können sie gegen die Top-Favoriten überraschen.

Dass die Pinguine in dieser Spielzeit in der Tiefe ihres Kaders qualitativ nicht mehr so gut besetzt sind wie in den beiden Jahren davor, war in den Testspielen deutlich zu sehen und ist die logische Folge der Kürzung des Personaletats. Trotzdem scheint das Preis-Leistungs-Verhältnis zu stimmen. Kein Neuzugang muss nach fünf Wochen als Fehleinkauf abgestempelt werden. Bei Verteidiger Josh Meyers zum Beispiel geht die Formkurve zwar langsam, aber stetig nach oben. Stürmer Mark Voakes muss sich noch ans Tempo und an die große Eisfläche gewöhnen. Die deutschen Neuzugänge bestätigten das, wo für sie hierzulande bekannt sind. Sehr gut zog sich am Sonntag in Düsseldorf Verteidiger Steve Hanusch aus der Affäre. Seine Zweitligaspiele für Landshut haben ihn im taktischen Bereich weit nach vorne gebracht. Und besser als erwartet schlugen sich bisher die "jungen Wilden". Die Azubis des DEL-Teams sind gewillt, eine Menge dazu zu lernen. Unterstützt werden sie von den erfahrenen Spielern wo sie nur können. Das fördert den Teamgeist. Ob sie schon reif für die Punktejagd sind, werden die ersten Spiele zeigen.

Die Entdeckung der Vorbereitung heißt zweifelsohne Kyle Sonnenburg. Der Deutsch-Kanadier konnte vergangene Saison wegen seines Verletzungspechs nie beweisen, was wirklich ihn ihm steckt. Und das ist absolut DEL tauglich. Kein anderer Spieler des Kaders ist so vielseitig einsetzbar wie der 26-Jährige.

(RP)
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