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Krefelds Trainer Linden bringt frischen Wind in die den Klub

2. Handball-Bundesliga : Linden bringt frischen Wind in die HSG

ANALYSE: Als abgeschlagener Tabellenletzter in der zweiten Handball-Bundesliga plant die HSG Krefeld schon für die nächste Saison in der Dritten Liga. Trotz des sportlichen Abstieges gibt es aber auch einiges Positive über den Spitzenhandball in Krefeld zu erzählen.

Beim Handball-Zweitligisten HSG Krefeld war es vor der Saison wie bei jedem Neuling: Das Ziel war, nach dem Aufstieg erst einmal die Klasse zu halten. „Gekommen, um zu bleiben“ lautete das Motto, welches aber schnell wieder in der Schublade verschwand. Stattdessen hieß es für die Verantwortlichen eher „Gekommen, um zu lernen“, denn dass der Abstieg trotz der noch ausstehenden elf Spiele nicht mehr zu vermeiden ist, zeigen die Planungen, die von den Eagles inzwischen in Angriff genommen werden. Das eine Jahr in der Zweiten Bundesliga verlief zwar aus sportlicher Sicht nicht wie gewünscht, es kann aber auch einiges Positives daraus mitgenommen werden.

TOR Mit Norman Toth, Frederik Stammer und Paul Keutmann war die HSG auf der Position des Torhüters eigentlich gut aufgestellt. Durch die Verletzungen von Stammer und Keutmann kamen die Eagles jedoch in große Bedrängnis. Mit Toth kristallisierte sich zwar schnell eine Nummer eins heraus, aufgrund fehlender Entlastung brachte er aber nicht immer Konstante Leistungen, zumal Keutmann im Laufe der Saison nach Aldekerk wechselte. Als Notnagel wurde kurzfristig der Sportliche Leiter Stefan Nippes nachgemeldet. Mit Paul Dreyer fand er anschließend einen jungen Torhüter, der über die Saison hinaus vertraglich gebunden wurde.

FELDSPIELER Auch hier machten Verletzungen einen dicken Strich durch die Rechnung. Linksaußen Max Zimmermann verletzte sich zum Beispiel ebenso wie Sebastian Schöneseiffen früh in der Saison. Damit musste schon im ersten Spiel die ursprüngliche Taktik umgestellt werden. Doch es zeigte sich im weiteren Saisonverlauf auch, dass sich junge Spieler nicht weiterentwickelt haben und die erfahrenen Spieler nur mit Abstrichen zeigten, was sie tatsächlich können. Mit David Hansen und Toni Sario haben inzwischen zwei Spieler in Krefeld ihre Zelte wieder abgebrochen.

TRAINER Vor der Saison setzte die HSG auf den Isländer Arnar Gunnarsson als neuen Trainer.  Er galt als gute Besetzung für die Position. Doch unter seiner Führung gab es zunehmend Misserfolge, die auch in der Mannschaft zu großem Frust führten. Eine Veränderung war zum Ende der Hinrunde unabdingbar, die Ad-hoc-Lösung wurde zunächst einmal in Co-Trainer Felix Linden und Kapitän Tim Gentges als Duo gefunden. Beide brachten frischen Wind ins Team und sorgten für freie Köpfe bei den Spielern. Auch wenn es danach noch keine Punkte gab, die Körpersprache auf dem Feld war bei den Spielern wieder eine andere. Im vergangenen Spiel geriet selbst Tabellenführer HSC Coburg kurzzeitig ins Wanken.

NEUZUGÄNGE Mit Paul Dreyer, Sven Eberlein und Paul Skorupa holten die Eagles in der Rückrunde drei junge und hungrige Akteure zu sich, die belebende Elemente auf dem Spielfeld sind und den arrivierten Spielern im Nacken sitzen. Das Duo Eberlein/Skorupa liefert inzwischen in der Verteidigung einen guten Innenblock-Part ab.

ZUSCHAUER In puncto Zuschauer verzeichnet HSG-Geschäftsführer Andre Schicks trotz ausbleibender Erfolge einen größeren Zuspruch. Auch dass die Zuschauer ihr Team 60 Minuten lang unterstützen, zeugt von einer gewissen Identifikation mit den Eagles. Teilweise kam es zu terminlichen Überschneidungen mit dem Oberligateam von Stammverein Adler Königshof. Hier ließe sich möglicherweise darüber nachdenken, künftig ein gemeinsames Event daraus zu machen.

FINANZIELLE SITUATION Bei der HSG war man gut beraten, die Saisonplanung in finanzieller Hinsicht sehr konservativ anzugehen. Im Vorfeld wurde von niedrigen Zuschauerzahlen ausgegangen und mit Rücklagen aus der Vorsaison  waren noch Sicherheiten in der Hinterhand. Hinzu wurden neue Sponsoren gewonnen, doch die aktuelle Lage macht es unabdingbar, dass zum Ende der Saison auf besagte Rücklagen zurückgegriffen werden muss.

AUSBLICK Mit den Neuzugängen Carlos Marquis (Bayer Dormagen) und Niklas Innenpaß (TuSEM Essen) wurden zwei weitere jüngere Talente für die neue Saison geholt. Es werden nicht die einzigen Spieler sein die kommen. Es wird ein großer Umbruch erfolgen, wobei die Trainerfrage noch nicht geklärt ist. Auch wenn hier der Markt im Auge behalten wurde, so spricht eigentlich nichts dagegen, Felix Linden das Vertrauen auch in Liga drei auszusprechen.