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Krefelds Fußballer-Initiative gegen Corona: Wir stehen zusammen

Disziplin als Erfolgsgarant : Fußballer-Initiative gegen Corona: Wir stehen zusammen

Die Fußballer im Kreis Kempen-Krefeld sind natürlich auch von der Corona-Pandemie betroffen. Doch sie meckern nicht über Einschränkungen und Auflagen, sondern wollen gemeinsam das Virus bekämpfen, um bald wieder spielen zu können.

Normalerweise kämpfen sie um Punkte und Tore gegeneinander, doch vor gut vier Wochen haben die Amateurfußballern eine Initiative ins Leben gerufen, die schnell großen Zulauf hatte. Es geht um die Corona-Pandemie und den damit verbundenen erneut ruhenden Spielbetrieb. Die Gründungsmitglieder Katrin Dahners (Hülser SV), Stefan G. Rex (VfB Uerdingen), Frank Dahlschen (Spielsport Krefeld), Alexandros Ouzounis (FC Hellas Krefeld) und Jochem Bünk (VfL Tönisberg) sprechen von einer beispiellosen Solidaritätsgemeinschaft. Anstatt eine geschlossenen Kreis auf dem Spielfeld zu bilden, sind jetzt alle im Kampf gegen das Virus vereint. „WIR STEHEN ZUSAMMEN“ heißt die Initiative, die bereits über 100 Mitglieder aus über 50 Vereinen hat und in einer Whats-App-Gruppe vernetzt ist.

 Viele bekannte Gesichter, die sich seit Jahren in ihren Klubs engagieren, sind ebenso dabei, wie Offizielle aus der Schiedsrichtervereinigung, der Fachschaft Fußball, des Stadtsportbundes bzw. des Kreis-Fußball-Ausschusses und des Kreis-Jugend-Ausschusses. Sie alle haben ein Ziel: Die Vereine wollen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und bei den Sportlern und ihrem Umfeld das Bewusstsein schärfen, dass die Politik erst wieder grünes Licht geben wird, wenn die Fallzahlen deutlich runtergehen; und das kann man nur zusammen schaffen. Da darf es keine Rolle spielen, dass das Thema vielschichtig und diskussionswürdig ist. Das gelte auch für den Nachwuchs.

VfB-Trainer Stefan G. Rex fasst die Kernaussage so zusammen: „Wir alle wollen wieder kicken und unseren sportlichen Alltag zurück haben, vor allem auch die Kinder und Jugendlichen. Dafür benötigen wir Disziplin auch außerhalb des Platzes.“ Seine Mitorganisatoren ergänzen: „Wir haben als Vereine nicht nur eine soziale Aufgabe auf dem Sportplatz, sondern auch außerhalb und müssen Menschenleben schützen. Daran ändert wenig, dass die Fallzahlen bei den Fußballern eher klein sind. Denn auch Amateur- und Jugendfußballer haben ein Leben außerhalb der Platzanlagen. Hier muss der Hebel angesetzt werden.“

In einem zweiten Schritt haben die Mitglieder der WIR STEHEN ZUSAMMEN-Gruppe einen Arbeitskreis gegründet, der sich bereits in zwei Video-Konferenzen ausgetauscht hat. Die Abstimmung nach der Rückkehr auf den Platz bzw. der Einstieg in den unterbrochenen Spielbetrieb, vor allen Dingen was dann die Hygienekonzepte anbelangt, waren ein vorrangiges Thema. Auch eine eventuelle gemeinsame Abstimmung mit den Kreisverantwortlichen über die wahrscheinlich neuen, oder zumindest veränderten, Spielpläne ist angedacht. Jedem sei auch klar, dass es ständig weitere und neue Punkte gebe, die abzuarbeiten seien. „Wir stehen erst am Anfang und können sicherlich viel voneinander lernen. Auch wenn alles überstanden ist, bietet sich die Chance, sich als Arbeitsgemeinschaft zu treffen. Aber ohne Frage ist ein erster Schritt getan“, gibt sich Rex optimistisch. Auch ein Kontakt zum Bundespräsidialamt und Bundeskanzleramt wurde hergestellt und die Initiative vorgestellt. Per Email kam beiderseits viel Lob und die Ermutigung, sich weiter zu engagieren. 

WIR STEHEN ZUSAMMEN hat nicht nur eine eigene Facebook-Seite „Wir stehen zusammen gegen COVID-19“, sondern ist auch bei Instagram unter „wir.stehen.zusammen“ vertreten.